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Leverkusen: Der "Sechs-Pfoten-Lauf" ist der Renner

Leverkusen : Der "Sechs-Pfoten-Lauf" ist der Renner

Die Minuten vor dem Start sind für jeden Sportler etwas Besonderes. Da machten die Lauf-Asse Jessy und Artur beim 32. "Lauf rund ums Bayerkreuz" keine Ausnahme. Aber das "Hallo" fiel doch ungewöhnlich aus: Die beiden beschnupperten sich erst ausgiebig und versuchten dann, mit Imponiergehabe den Kontrahenten einzuschüchtern.

Während solches Verhalten bei zweibeinigen Athleten, wenn überhaupt, nur im übertragenen Sinne vorkommt, ist das in diesem Falle wörtlich gemeint: Bei Jessy handelt es sich um eine 14-jährige Schnauzer-Mischlingsdame und bei Artur um einen acht Jahre alten ungarischen Vorsteherhund-Rüden. Beide begegneten einander beim Foto für die Presse deutlich weniger herzlich als Herrchen Markus Esser und Frauchen Steffi Nerius. Aber der Hammerwerfer und die einstige Speerwerferin kennen sich bestens von vielen gemeinsamen Jahren bei Bayer 04.

Die Teilnahme am 2,5 Kilometer langen "Sechs-Pfoten-Lauf" für Pärchen aus Zwei- und Vierbeiner nahmen sie betont humorvoll. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Artur eher mich ziehen wird als umgekehrt - ich muss vor allem aufpassen, dass ich zwischendurch nicht die Bodenhaftung verliere", sagte Nerius scherzend. Esser ergänzte: "Wir werden es etwas gemächlicher angehen lassen — wobei die Betonung auf gehen liegt." Die Vorbereitung sei jedoch hervorragend gelaufen. Er sei guter Hoffnung, diesmal seine Hündin nicht ins Ziel tragen zu müssen. Das hatte er 2012 zur Freude der Zuschauer getan.

"Immerhin ist der Hund gut im Training"

Ganze zehn Tage vor dem Start erst hatte Linda Schmitz mit dem Laufen begonnen. "Immerhin ist der Hund gut im Training", sagte sie mit Blick auf Jenny. Die Collie-Schäferhund-Dame begleitet das Frauchen sonst bei deren Ausflügen zu Pferd. "Ankommen ist alles. Einziges Ziel ist es, nicht als Letzter ins Ziel zu kommen", sagte sie und erfüllte denn auch ihre Vorgabe. Auf die 2,5 Kilometer große Runde brachen die Hunde und ihre zweibeinigen Begleiter mit Unterstützung von reichlich Applaus (der Menschen) und Gebell (der Zuschauer-Hunde) auf. Knapp über acht Minuten brauchten die schnellsten Duos bis ins Ziel. Langsamer gingen es Jessy, Artur und Jenny samt ihren Begleitern an. Von ihnen war der ungarische Vorsteherhund erwartungsgemäß am flinksten unterwegs. Mit unter 15 Minuten schlugen er und Nerius sogar Bayers Basketballmaskottchen Lionel.

Während Artur den Eindruck machte, locker noch eine Runde durchhalten zu können, wirkte der Speerwurf-Star a.D. deutlich mitgenommener. "Er hat mich am Anfang ganz gut mitgezogen. Auf der Zielgeraden waren dann zu viele Leute, die er begrüßen wollte und die ihn abgelenkt haben", sagte sie merklich außer Puste. Esser war zu diesem Zeitpunkt schon weg. Er hatte mit Jessy, umgerechnet in Menschenjahre die älteste Teilnehmerin bei "Rund ums Bayer-Kreuz", nicht die ganze Strecke absolviert.

Ganz nebenbei vermerken wir hier: Ernsthafte sportliche Wettkämpfe gab es wie gewohnt auch. Aber selbst deren Teilnehmer hatten "tierischen Spaß" an dem wenig ehrgeizigen Hunde-Menschen-Lauf.

Am Sonntag wurden insgesamt 1900 Teilnehmer gezählt. Das sind 300 weniger als 2012. Ein Grund: die Grippewelle. Der älteste Läufer war 74 Jahre, die jüngste Läuferin sieben Jahre.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Lauf "Rund ums Bayer-Kreuz" in Leverkusen 2013

(kre)