Der Schauspielkurs der Jugendkunstgruppen führte „Tanz der Zeit“ auf

Jugendkunstgruppe : An der Zeitmaschine gedreht

Der Schauspielkurs der Jugendkunstgruppen führte „Tanz der Zeit“ auf.

„Wir sind hier doch nicht im Film“, bemerkt Nick auf der Bühne des Jungen Theaters Leverkusen. „Wie soll das denn funktionieren?“ Angeblich haben einige Mitschüler, die Superschlauen aus der Forschungskurs, eine Zeitmaschine entdeckt, die nach dem Vorbild von „Zurück in die Zukunft“ wie ein Fahrstuhl in die Vergangenheit funktioniert. Bisher klappten Versuche nur mit Mäusen, die dann nach zehn Minuten wieder in der Gegenwart angekommen waren. Doch seit dem letzten Versuch mit der rätselhaften Fernbedienung ist die Lehrerin verschwunden – spurlos. Und nun fragen sich die Kurs-Schüler, ob das ihre Schuld ist. Versehentlich natürlich, denn noch erforschen sie die Funktionen der einzelnen Tasten.

Die Kerngeschichte ist eigentlich die perfekte Vorlage für elf Kinder und Jugendliche, die alle eine Leidenschaft teilen: das Theater. Seit Beginn des Kursjahres haben sie den Schauspielkurs für Acht- bis Zwölfjährige der Jugendkunstgruppen besucht und unter Anleitung von Kursleiterin Vanessa Topf ihr eigenes Stück „Tanz der Zeit“ entwickelt und auf der Bühne umgesetzt. Bühnenbild und Kostüme inklusive. Das war eine ganze Menge Arbeit und die Mitwirkenden haben die beschränkten Möglichkeiten des kleinen Theaters an der Karlstraße kreativ genutzt. Bei drei Aufführungen am vergangenen Wochenende gab es dafür viel Applaus, nicht nur von Eltern, Geschwistern und Freunden.

Unter den Premierenzuschauern war auch JKG-Leiter Claus Faika, der sehr glücklich ist über die gute Kooperation zwischen seiner Einrichtung und dem Jungem Theater, das mit Erfahrung in Regie, Technik und vor allem altersgemäßer Theaterpädagogik der perfekte Partner ist, der nicht nur Fundus und Equipment, sondern auch eine voll funktionsfähige Bühne zur Verfügung stellt.

Mit entsprechendem Licht und schwarzen Vorhängen, zwischen deren Lücken die Protagonisten etwa in einen Zeittunnel eintauchen können, funktionieren Zauber und Imagination erst richtig.

Die Kinder haben ihre mysteriöse Abenteuergeschichte mit Humor gewürzt und sogar ein wenig (bühnentauglich zurecht gebogene) Lokalhistorie hineingebracht. Bei der Suche nach ihrer Lehrerin landen drei Freiwillige nämlich im Jahr auf der Burg Engelberts von Berg, der hier als verschlafener Trottel dargestellt und eindeutig von Frau und Töchtern dominiert dargestellt wird.

Die schöne Grafentochter Charlotte ist leidenschaftliche Tänzerin, genau wie Hanna aus dem Forscherteam und sie lernt ganz schnell deren Tanzschritte aus dem Jahr 2019 in einem „Tanz der Zeit“. Und im goldenen Bilderrahmen an der Wand unterhalten sich dazu zwei Ahnen der Familie. Ein großer Theaterspaß.

In zwei Wochen stehen die 14- bis 18-Jährigen des Schauspielkurses II auf der Bühne des Jungen Theaters. Sie zeigen „Kasimir und Karoline“ frei nach Ödön von Horvath. Termine: 28./29. Juni, 20 Uhr, 30. Juni, 18 Uhr.

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