Leverkusen: Der Sand und die Jungschriftsteller

Leverkusen: Der Sand und die Jungschriftsteller

Poetisch, fantastisch, märchenhaft, spannend und noch vieles mehr sind die Schriftstücke, die 60 Marienschülern zum Begriff Sand kreiert haben. Beim dazugehörigen Schreibwettbewerb wurden nun neun junge Autoren für ihre Werke mit je einem Preis belohnt.

Gibt es Stichworte, die eher zur Reflexion über das Leben und zu Poesie anregen als zum Ersinnen von kleinen Geschichten? Bei dem Begriff "Sand" ist das offenbar so. Diesen Eindruck hatten jedenfalls die Besucher der feierlichen Preisverleihung des diesjährigen Schreibwettbewerbs im Atrium der Marienschule. Beteiligt hatten sich 60 Schüler aus allen Klassenstufen, und damit ungefähr so viele wie in den vergangenen Jahren. Unter den neun Preisträger-Beiträgen - jeweils Platz eins bis drei in drei verschiedenen Altersstufen - waren erstaunlich viele, die sich mit Sand-Metaphern auseinandersetzten und dadurch zum Nachdenken anregen ließen.

"Spuren im Sand" oder etwas "in den Sand setzen" kamen in den Einsendungen ebenso vor wie die Sanduhr und damit die Dimension Zeit. Außerdem waren für den Wettbewerb mehrere Gedichte entstanden. Fantastische oder märchenhafte Geschichten zu schreiben war eher die Sache der jüngeren Schüler. Der Schreibwettbewerb hat an der Marienschule eine lange Tradition, vor 29 Jahren wurde er von Deutschlehrerin Elke Heise, die auch das Bücherei-Team des Gymnasiums begleitet, ins Leben gerufen. Nächstes Jahr steht also wieder ein runder Geburtstag an.

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Zum 25. Jubiläum wurde eine Anthologie mit den bis dahin prämierten Aufsätzen und Gedichten aufgelegt. Elke Heise liegt die Schreibförderung sehr am Herzen. Immerhin seien mehrere Autoren aus der Schule hervorgegangen. Prominentester ist wohl Christian Linker, der als Jugendbuchautor schon zu mancher Lesung an seine alte Penne zurückgekehrt ist. Auch Fantasy- und Krimiautor Michael Schreckenberg ist ehemaliger Marienschüler. Genauso wie Magnus Anschütz, der hier mittlerweile Lehrer ist und unter den Zuhörern saß. Ihm sei es zu verdanken, dass die Länge der Texte begrenzt wurde, verriet Heise. Seine Beiträge waren offenbar so umfangreich, dass die Jury Angst hatte, das könnte Schule machen. Denn das Auswahlgremium, das aus je drei Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern besteht, hat ohnehin viel zu lesen, wenn die Beiträge eintrudeln.

Ansonsten sind die Bedingungen gleich geblieben. Vier Wochen haben die Schüler Zeit, sich mit dem gesetzten Thema auseinanderzusetzen und etwas zu Papier zu bringen. Erlaubt sind alle Formen von Erzählung über Gedicht bis Essay. Und wie in den Vorjahren wurden die prämierten Arbeiten auch dieses Mal mit Büchergutscheinen belohnt. In der Gruppe I (Stufe 5 und 6) fiel der Jury die Bewertung dieses Mal besonders schwer, so dass sie zwei mal den 2. Platz vergab: an Solveigh Huniar und Katharina Wiegand. Auf Platz drei landete Laura Amian. Bester Beitrag in der Gruppe II (Stufe 7 bis 9) war der von Christoph Huniar, Zweite wurde Jessy Madete und Dritte Zoe Jandt. In der Gruppe III (Stufe 10 bis 12) ging der 1. Preis an Dana Braß, der 2. Preis an Sophia Abtahi und der 3. Preis an Johanna Biel.

(mkl)