Der Leverkusener Kinder- und Jugendchor feiert 70. Geburtstag

Der Leverkusener Kinder- und Jugendchor : Singen baut Brücken – heute wie vor 70 Jahren

Der Leverkusener Kinder- und Jugendchor feiert am Sonntagnachmittag den 70. Geburtstag mit einem Konzert.

Mehrere Generationen haben im Leverkusener Kinder- und Jugendchor ihre Liebe zum Gesang entdeckt und die stimmlichen Fähigkeiten entwickelt, so dass sie auch im Erwachsenenalter nicht darauf verzichten mochten. Ehemalige singen heute in diversen Chören, im Singkreis Leverkusen sowieso, aber auch im feinen Vokalensemble M.A.M.M., das am Sonntag zum 70. Geburtstag der Leverkusener Institution gratulieren wird  – mehrstimmig und a-cappella. 70 Jahre Chorgeschichte, das sind 70 Jahre erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit, auch in schwierigen Zeiten.

Viele Geschichten gibt es hier zu erzählen, nicht nur vom Musikerehepaar Karl-Heinz und Theresia Schlechtriem, das die Chorschule mit verschiedenen Alters- und Leistungsstufen aufgebaut und 50 Jahre lang (1963 bis 2013) geleitet hat. Dann übernahm Manfred Dreibholz den Vorsitz, der die Chöre schon 20 Jahre begleitet hatte. Auch seine Tochter Nicole Jers, die das Schlechtriem-Imperium damals übernommen hat, wuchs durch die Gruppen, um nach und nach mit Leitungsaufgaben betraut zu werden, was schließlich in ein Musikstudium mündete. In den vergangenen Jahren fiel die junge Mutter mehrfach über Monate aus. Auch jetzt läuft nach der Geburt des dritten Kindes noch die Elternzeit, was sie nicht davon abhielt, mit dem zweiten Leiter, Martin te Laak ehrenamtlich weiterzuproben. Denn die kontinuierliche Weiterentwicklung der Singgruppen ist für sie eine Herzensangelgenheit. Miriam te Laak ist die Dritte im Leitungsteam und unterstützt die Arbeit als individuelle Stimmbildnerin. Das zahlt sich aus, wie die kontinuierlich verbesserte Qualität des Chorklangs zeigt. Davon können sich die Besucher des Jubiläumskonzertes überzeugen.

Der Grundstein zum Leverkusener Kinder und Jugendchor wurde von Wilhelm Hufen 1949 mit der Gründung eines Schulchores in der Küppersteger Volksschule gelegt. Er übergab 1963 ans Ehepaar Schlechtriem, das den Chor zahlen- wie leistungsmäßig aufbaute und weithin bekannt gemacht hat. Konzerte wurden teils im Rundfunk übertragen. Man veranstaltete seit den frühen 1950er Jahren Konzertreisen nach England, Norwegen, Finnland, in die Niederlande und andere Länder Europas, zum 50. Jubiläum nach Kanada. Dabei schloss man Chorfreundschaften und empfing Gegenbesuche, immer mit gemeinsamen Konzerten.

Bei Wettbewerben haben einzelne Chorgruppen über Jahre regelmäßig Preise abgeräumt. Nachdem sich der Chor nun neu sortiert hat, soll es in Zukunft beides, Reisen und Wettbewerbe, wieder geben, versichert Dreibholz und verweist auf den jüngsten Erfolg bei der Mitwirkung am Holocaust-Oratoriums „I believe“. Neu und ausgesprochen gefragt ist ein Angebot für die Allerkleinsten, bei dem Eltern und Kinder singen. Dafür gibt es sogar eine Warteliste.

Jubiläumskonzert „Singen baut Brücken  – heute wie vor 70 Jahren“ am Sonntag, 15. September um 15 Uhr (Einlass 14.30 Uhr) in der Friedenskirche, Merziger Str. 2. Anschließend Feier mit Attraktionen für die ganze Familie. Weitere Infos: www.levkiju.de

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