Der Kunstverein Leverkusen zeigt "Surface to air" mit Arbeiten von Tanja Rochelmeyer

"Surface to air" im Museum Morsbroich : Kunstverein zeigt Werke von Tanja Rochelmeyer

Der Kunstverein Leverkusen zeigt ab heute "Surface to air" mit Arbeiten von Tanja Rochelmeyer

(mkl) Es erinnert ein wenig an die Escher-Bilder mit ihren vermeintlichen Architekturkonstruktionen, bei denen man immer an einer Stelle vor die Wand läuft oder in den Abgrund zu fallen droht. Auch bei den Arbeiten von Tanja Rochelmeyer, die jetzt in der Galerie des Kunstvereins Leverkusen Museum Morsbroich zu sehen sind, lässt sich die Spur in einen Raum nur begrenzt verfolgen, dann knickt sie im falschen Winkel ab oder ist überlagert von weiteren Verschachtelungen.

Doch ganz so klar und harmlos wie die bekannten Bilder aus den 1960er und 70er Jahren sind diese jüngeren Werke nicht. Die Welt hat sich weitergedreht und scheint sich dank Digitalisierung immer schneller zu drehen. Da drohen Vertrautes und sichere Statik um die Ohren zu fliegen. Genau das scheint in den Bildern von Tanja Rochelmeyer zu passieren. Die Wirkung ihrer Anordnung der Linien und dreidimensionale Formen hat sie dabei noch durch eine spezielle Farbwahl verstärkt.

Bei der Auswahl für diese Präsentation „Surface to air“ hat Kuratorin Susanne Wedewer-Pampus bewusst Beispiele aus verschiedenen Serien gewählt, an denen sich die Entwicklung nachvollziehen lässt. Die ältesten ausgestellten Arbeiten beschränken sich fast auf Schwarz-Weiß-Töne und zeigen deutlich den Ausgangspunkt ihrer großformatigen Bilder, die ihren Ursprung in Architektur und Stadtlandschaft haben.

Tatsächlich hat Tanja Rochelmeyer solche konkreten Versatzstücke am Computer bearbeitet und so lange hin und her gerückt, bis die Realität nur noch als Idee zu erkennen ist. Und anschließend hat sie die so entwickelten Aufbauten in akribisch genauer Feinarbeit auf die XL-Leinwand gemalt.

Dabei hat sie sichtbare Pinstelstriche tunlichst vermieden. Alle Flächen sind plan und gleichmäßig, die Linien wie mit dem (Kurven-) Lineal gezogen. Das Ergebnis erscheint weniger malerisch als der saubere Druck eines am PC generierten Bildes. Glatter geht es nicht, und doch sind auch in diesen Arbeiten Räume entstanden.

Ebenso in fast monochrom gemalten Exponaten, wo sie je nach Lichteinfall mehr oder weniger deutlich sind. Mit Farbe und spitzen geometrischen Formen wirken die neueren Bilder aggressiver und unruhiger. Und schließlich ging Tanja Rochelmeyer tatsächlich in die Dreidimensionalität mit mehrschichtigen Arbeiten aus transparentem Acryl, die sich teilweise überlagern.

Die Ausstellung „Surface to air“ in den Remisen von Schloss Morsbroich wird am 19. September, um 19.30 Uhr im Beisein der Künstlerin eröffnet und läuft bis 20. Oktober. Öffnungszeiten: Fr, 13 bis 17 Uhr, Sa, So 11 bis 17 Uhr und in der Kunstnacht am 10. Oktober.

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