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Leverkusen: Der Frauenring erinnert an 100 Jahre Wahlrecht

Leverkusen : Der Frauenring erinnert an 100 Jahre Wahlrecht

Das Jahr 2018 gilt als Meilenstein in der Frauenbewegung: Genau vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Ganz im Zeichen dieses Ereignisses stand der erste Neujahrsempfang, zu dem der Ortsring Leverkusen des Deutschen Frauenrings (DFR) vor kurzem in das Bistro des Wildparks Reuschenberg eingeladen hatte.

In ihrer Begrüßungsansprache erinnerte Roswitha Kneip - sie teilt sich die Vorstandsarbeit mit Liesel Herkenrath und Renate Müller - an den mutigen Kampf der Frauen von damals. "Demokratie ist nicht ohne Gleichberechtigung möglich. Gleichberechtigung ist eine Frage der Menschenrechte und bedeutet Freiheit für jeden Einzelnen", unterstrich Kneip. Heute hätten Frauen im demokratischen Deutschland zwar so viele Rechte wie nie zuvor. Dennoch seien die Chancen zwischen den Geschlechtern noch immer ungleich verteilt. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist weder im Kopf der Männer, noch bei Unternehmen oder Politik verankert", bemerkte Roswitha Kneip und hob hervor: "Im Frauenring ist unser Engagement für gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Macht heute wichtiger, denn je." Speziell jungen Frauen müsste klar sein, "dass nichts selbstverständlich ist, was die Stellung der Frauen betrifft". Insofern könne sie nur an diese appellieren, sie mögen sich so engagiert für Lohngerechtigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ausbau der Kitaplätze, Wahlarbeitszeiten und Ähnliches einsetzen, wie es einst ihre Vorgängerinnen für das Wahlrecht getan haben. Die Vertreterinnen des Ortsrings würden sich jedenfalls auch weiterhin in kommunalpolitische Belange einmischen, wenn diese aus ihrer Sicht nicht dem Wohle der Bevölkerung genügten.

Bei einem kurzen Rückblick auf das abgelaufene Jahr wies die Vorsitzende auf zahlreiche Aktivitäten hin, bei denen Spenden in Höhe von 4.520 Euro für den Mädchentreff Mabuka, Frauennotruf und das Museum Morsbroich zusammenkamen.

Darüber hinaus halfen die Akteurinnen bei Integration und Spracherwerb der Flüchtlingsfrauen, organisierten Kitaplätze oder besorgten Arbeit. Auf Jobsuche sind aktuell auch die syrischen Schwägerinnen May Ahmad und Maysaa Hussain. Beide Frauen sind ausgebildete Hauswirtschaftslehrerinnen, verfügen über gute Deutschkenntnisse und möchten wieder in ihrem Beruf arbeiten. "Es ist schwierig, etwas zu finden", berichtete May und fügte hinzu: "Deutschland ist ein wunderbares Land. Wir fühlen uns hier sehr sicher."

Hinweise an den Deutschen Frauenring Leverkusen, Telefon 0214 601909.

(gkf)