Neubau der A1-Brücke: Deponie-Müll überfordert Stadt Leverkusen

Neubau der A1-Brücke : Deponie-Müll überfordert Stadt Leverkusen

Für den Neubau der Leverkusener A1-Brücke muss ein Teil der ehemaligen Mülldeponie Dhünnaue abgetragen werden. Experten rechnen mit 160.000 Tonnen zum Teil giftigem Aushub - zu viel für die Stadt Leverkusen. Nun soll Straßen.NRW den Müll wegschaffen.

Die Stadt wird bei der Bezirksregierung Köln beantragen, sie aus ihrer Entsorgungspflicht, die das Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt, zu entlassen. Das hat der Rat der Stadt entschieden. Leverkusen verfüge nicht über die nötige Infrastruktur, den zum Teil giftigen Müll aus der alten Deponie zu entsorgen.

Das Problem entsteht, weil für den Neubau der A1-Brücke und deren Zufahrten die ehemalige Mülleponie Dhünnaue geöffnet werden muss.

Um wie viel Müll geht es?

Voruntersuchungen des Landesbetriebs Straßen.NRW und des NRW-Umweltministeriums haben ergeben, dass insgesamt geschätzt 160.000 Tonnen (88.000 Kubikmeter) Aushub zur Entsorgung anstehen. Rund 32.000 Tonnen davon könnten "höher belastet" sein, 76.000 Tonnen "gering belastet". Ein Teil der Abfälle müsse in einer Sonderabfall-Verbrennungsanlage entsorgt werden. Über solche Anlagen verfügten weder die Stadt Leverkusen noch der städtische Abfallentsorger Avea, heißt es in der Beschlussvorlage, der der Rat der Stadt zustimmte.

Selbst wenn es nur um die nicht giftigen Abfälle ginge: Die Avea-Deponie Leppe wäre mit den riesigen Müllbergen, die in kürzester Zeit auf sie zukämen, überfordert und technisch nicht dazu in der Lage, den Müll innerhalb weniger Monate aufzunehmen, stellt die Stadt fest.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW wird den Auftrag zur Müllentsorgung europaweit ausschreiben. Das genaue Beseitigungsverfahren befinde sich noch in der Abstimmung, sagte eine Sprecherin.

Das hängt offenbar auch mit den vielen Unklarheiten zusammen: Bürgerinitiativen Klage hatten Ende November beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, um das Vorhaben zu stoppen. Die Initiativen halten die Deponie-Öffnung für zu gefährlich. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hält das Risiko für beherrschbar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So laufen die Probebohrungen für neue Rheinbrücke

Mehr von RP ONLINE