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Bergisch Neukirchen: Demo und Klagen gegen den neuen Supermarkt

Bergisch Neukirchen : Demo und Klagen gegen den neuen Supermarkt

Je konkreter die Pläne für den neuen Supermarkt an der Wuppertalstraße werden, desto lauter hallt der Widerstand aus Teilen der Bevölkerung. Seit einer Weile treffen sich Protestierende jeden Samstag um 14 Uhr. Gipfeln sollen diese Aktionen in eine Demonstration am 18. Mai.

Um Bürger über weitere Mittel des Widerstands aufzuklären, hatte die Bürgerinitiative "Wir für Bergisch Neukirchen" am letzten Freitag abermals eingeladen. Motto: "Fünf vor Zwölf! Jetzt widersprechen". Es gehe es nicht nur darum, den Bau des Supermarktes zu verhindern, sagte Markus Willeke vor rund 100 Einwohnern im katholischen Pfarrsaal. Sondern darum, nachfolgenden Bauvorhaben zuvorzukommen. Denn einem Gebäude würden in "Salamitaktik" unweigerlich weitere Neubauten folgen. Entsprechende Pläne lägen schon in den Schubladen. "Möchten Sie das wirklich in Kauf nehmen?", fragte Willeke in den Raum. Eine Frau erhielt Applaus für ihre Bemerkung: "Wir brauchen nicht noch mehr Fläche, um gammelige Bananen zu kaufen."

Wer nicht wolle, so sagte Willeke, dass 70 000 Quadratmeter Grünfläche im Laufe der nächsten 20 Jahre zugebaut würden, müsse sich jetzt zur Wehr setzen und Einspruch bei der Stadt anmelden. Bürgerinitiativ-Sprecherin Stephanie Salge wies auf vorformulierte Briefe hin, die man ausgefüllt und unterschrieben in diversen örtlichen Geschäften (Bäckereien Willeke und Schmid, Eisdiele Santini, Hofladen Baumhögger, Post, Getränkemarkt Schneiders) oder bis 6. Juni bei der Stadt abgeben kann.

Stefan Fuchs, freier Stadtplaner, erneuerte seine Aussage, das Vorhaben sei unnötig, stelle einen vermeidbaren Eingriff in Natur und Landschaft dar. Auch deshalb, weil es genügend andere Möglichkeiten gebe. Ein Markt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auf der Burscheider Straße (Alte Gärtnerei Zeidler) sei "halbwegs verträglich" realisierbar und eine "zumutbare Alternative, mit der alle leben könnten". Diesen und weitere Vorschläge habe man genannt, auf eine Antwort der Stadt warte man bis heute. Notfalls werde man sich eben gerichtlich gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplans zur Wehr setzen. "Wir sind im Recht", ist Stefan Fuchs überzeugt.

Etwa 1200 Haushalte, die sich unlängst solidarisch mit Bergisch Neukirchen erklärten, erhalten in den nächsten Tagen Post von der Bürgerinitiative. Mit der Bitte, bis 6. Juni Widerspruch gegen den geplanten Supermarktbau in Bergisch Neukirchen anzumelden.

(gkf)