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Leverkusen: Das "Turkish Chamber Orchestra" verbindet

Leverkusen : Das "Turkish Chamber Orchestra" verbindet

In der Christuskirche stand am Sonntag das zweite Konzert des Orchesters unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Betin Günes auf dem Programm und wurde ob der Vielseitigkeit gelobt.

Das "Betin Günes Turkish Chamber Orchestra" hat in ganz Europa einen guten Namen. Erst vor fünf Monaten ist ein international besetzter Chor neu hinzugekommen. Am Sonntag spielte das wegen Krankheit stark dezimierte Ensemble sein zweites Konzert in der Christuskirche unter der Leitung von Günes, dem Komponisten und Pianisten mit türkischen Wurzeln. Motto: "Musik verbindet".

Normalerweise zählt die Vereinigung 30 Mitwirkende von allen Kontinenten. Die jungen Frauen und Männer besitzen allesamt große Chorerfahrung und haben bereits im Deutsch-Türkischen Projektchor mitgewirkt. Eine, die normalerweise auch dabei ist, hörte am Sonntag zu: Regina van Dinther, Präsidentin des Chorverbandes Nordrhein-Westfalen, der wiederum in den vergangenen zwei Jahren sechs türkische Chöre in seine Reihen aufgenommen hat. "Musik kennt keine Grenzen", bestätigte van Dinther. "Miteinander singen funktioniert immer." Das sah ihr Sitznachbar, der türkische Vizekonsul Bülent Sakarya, genauso. Er war besonders "beeindruckt von der Vielseitigkeit der Vorträge".

Ehe sich die wenigen Zuhörer dem Musikgenuss hingeben konnten, hielt Pfarrer Detlev Prößdorf eine kurze Begrüßungsansprache: "Musik überwindet alle Grenzen und hebt alle Unterschiede auf, die es zwischen den Menschen gibt. Wer musiziert ist ein Friedensstifter, denn Musik trägt zum Frieden in unseren Herzen bei", betonte der Pfarrer eindringlich.

Zum Auftakt spielten Chor und Orchester den populären Balkantitel "Üsküdar'a Gider ´Yken", dazu begleitete Günes am Klavier. Der dann folgende, von Betin Günes selbst komponierte Titel "Karneval" passe perfekt zur Jahreszeit, meinte der Musikexperte. Tatsächlich hatte er so gar nichts Locker-Leichtes zu bieten.

Wesentlich fröhlicher kam da schon die "Europäische Friedenshymne" rüber, eine Melodie aus der Neunten Symphonie, die Ludwig van Beethoven im Jahr 1823 als Vertonung der von Friedrich Schiller 1785 verfassten "Ode an die Freude" komponierte. Wunderbar akzentuiert, mit großer dynamischer Spannbreite vom zurückhaltenden Piano bis zum dramatischen Fortissimo, wurde dieses Werk vorgetragen.

Besonders beeindruckte der als "türkischer Frank Sinatra" bezeichnete Jazzsänger und Solist Mehmet Karatosun. Mit Unterstützung des Chores sang er unter anderem den Evergreen "Can't Help Falling in Love" (Elvis Presley) und den von Louis Armstrong interpretierten Song "What a wonderful world". Das dynamische Volkslied "Entarisi ala benziyor" ertönte zum gelungenen Schluss der ersten Konzerthälfte. Ein wirklich verbindender Musikabend.

(gkf)