1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Das sind die möglichen Alternativen für das Torhaus

Leverkusen : Das sind die möglichen Alternativen für das Torhaus

Das Torhaus am Bahnhof Opladen wird wohl nicht gebaut. Leverkusener Lokalpolitiker haben nun Alternativen ins Spiel gebracht, zum Beispiel könnte statt des Torhauses ein Fahrradparkhaus gebaut werden.

Ein Tor, wer sich gegen das Torhaus stellt: Mit diesem poetischen Satz schloss Opladen-Plus-Politiker Markus Pott am Dienstag seinen flammenden Appell an die Kollegen in der Bezirksvertretung II, sich gegen das städtische Beratungspapier zu stemmen, das den Satz enthält: "Der Rat der Stadt Leverkusen stimmt zu, das Projekt ,Torhaus als Verwaltungsstandort' nicht weiterzuverfolgen." Pott bezeichnete die Entscheidung über das Torhaus als Entree zur Opladener Fußgängerzone und Bindeglied zur Bahnhofsbrücke als "das wichtigste Thema in dieser Legislaturperiode in diesem Bezirk. 300 Mitarbeiter der Stadt in dem Haus bringen Leben nach Opladen. Und das soll einfach so aufgegeben werden?", fragte er fast rhetorisch. Die Rechnung, die die städtische Wohnungsgesellschaft WGL aufgemacht hätte zu den Kosten eines solchen Verwaltungsbaus, seien nicht nachvollziehbar. Und "ist erstmal ein Investor drin, hat die Stadt nix mehr zu kamellen", lamentierte Pott.

Bereits im Bauausschuss vergangene Woche hatte sich die Mehrheit der Politik für das städtische Beratungspapier ausgesprochen. Zuvor war schon das Ratsbündnis aus CDU, Grünen und Opladen Plus an dem Torhaus-Thema zerbrochen. Die Stadt baut auf private Investoren, die an der Stelle etwa ein Hotel bauen wollen. Das sieht Pott als wenig reizvoll: "Ein Hotel bringt keine Leute in die Stadt, da geht doch keiner in die Neustadt, um ein Bier zu trinken."

Genutzt hat Potts Poesie nichts. Denn inhaltlich stimmte ihm fast niemand zu. Im Gegenteil, ein Verwaltungsbau bringe am Wochenende eben kein Leben nach Opladen, da sei von Freitagnachmittag bis Montagmorgen tote Hose oder es entstehe ein sozialer Brennpunkt. Lucas Melzig (CDU) fand es zwar toll, dass Opladen Plus immer noch zu seiner Meinung steht, aber ein Hotel werte das Bahnhofsumfeld auf und die Opladener Polizeiwache könnte ebenfalls in den Bau unterkommen. Martin Krampf (SPD) pflichtete bei: "Ein Hotel wäre auch aus dem Grunde nicht schlecht, weil es der Stadt Steuern brächte." Dirk Danlowski (Grüne) brachte Radtouristen, die über die Balkantrasse - die Verlängerung bis zum Opladener Bahnhof soll bald in Angriff genommen werden - ein- und ausfahren ins Gespräch. "Für die könnte dort dann auch ein Fahrradparkhaus her, und für Studenten auf dem zukünftigen Campus in der Bahnstadt noch Wohnraum", schlug er ergänzend vor.

Ein bisschen Rückenwind bekam Opladen Plus denn von Irmgard von Styp-Rekowski (CDU): "Es gibt zu viel dezentrale Unterbringung von Verwaltung in der Stadt. Es wäre gut gewesen, die im Torhaus zu bündeln. Und was das Leben betrifft: Da hätte man im Erdgeschoss sicher ein Bistro oder Café einrichten können, das hätte Leben auch am Wochenende gebracht."

Am Dienstag, 15. Mai, diskutiert der Finanzausschuss über das Thema, am Montag, 22. Mai, entscheidet der Rat dann über das Ende des Torhauses.

(RP)