Das Papierlädchen hat nach Umbau wiedereröffnet

Wirtschaft : Papierlädchen – von rustikal zu modern

Das Wiesdorfer Schreibwaren-Fachgeschäft feiert nach dem Umbau Neueröffnung. Tom Lützenkirchen setzt auf ein neues Konzept.

Dunkle Kacheln, Holzvertäfelungen, urige Atmosphäre – wer an das Papierlädchen in der Leverkusener City denkt, den überkam bis vor drei Monaten noch ein fast nostalgisches Gefühl. Nach einer 180-Grad-Wendung erstrahlt das Ladenlokal seit ein paar Tagen in neuer Frische. Von wegen düsteres Dasein: Geräumige Aufsteller laden zum Stöbern ein und Tageslicht durchflutet den Raum am Morgen der Wiedereröffnung.

Anfang Mai dieses Jahres schloss das Schreibwarengeschäft in der Wiesdorfer City. Der Grund: Mit den Preisen der großen Geschäfte wie Galeria Kaufhof und Co. konnte das kleine Fachgeschäft nicht mehr mithalten. Das Problem der Preisedrückenden Konkurrenz, an der viele Ladenbesitzer scheitern, hat auch dem Besitzer des Papierlädchens über die Jahre immer mehr zu schaffen gemacht. „Früher standen die Leute bei uns bis draußen an“, berichtet Thomas Lützenkirchen. Er beschwert sich jedoch nicht über Kunden, die lieber Schreibware von den Discountern kaufen. „Wenn das Schulheft beispielsweise im Discounter nur 20 Cent kostet, kann ich verstehen, dass Schülern unsere Produkte zu teuer sind“, sagt der Ladenbesitzer.

Die Idee und Motivation zu einem Neustart kam ihm, nachdem er den Laden schon aufgegeben und geschlossen hatte. „Als wir damals von einem unserer Großkunden einen Gravur-Auftrag über 450 Kugelschreiber bekommen haben, habe ich gemerkt, dass wir in Leverkusen doch noch gebraucht werden. Ein solches Fachgeschäft gibt es hier eben kein zweites Mal“, betont Lützenkirchen.

Voller Tatendrang ging es in den drei Monate langen Umbau. Die Umgestaltung im Eingangsbereich schafft mehr Platz für Regale und Aufsteller, aber auch mehr Raum zur Bewegung. Neben Neukunden sind auch Stammkunden von der Modernisierung begeistert. „Erst heute morgen war eine ältere Kundin hier, der das neue Design unseres Ladens sehr gut gefällt“, sagt Lützenkirchen und lächelt.

Schul- und Bürobedarf hat das Papierlädchen seit der Wiedereröffnung aus dem Sortiment genommen. Thomas Lützenkirchen und seine Mutter, die den Laden 1963 eröffnete, setzen nun auf ausgewählte Produkte, die in großen Läden schwerer zu finden sind. Lederwaren, Briefpapier und qualitativ hochwertige Schreibgeräte sammeln sich in den Regalen. „Produkte, die gut laufen, haben wir im Sortiment behalten.“ Den Rest überlassen die Lützenkirchens ab jetzt den großen Läden.

Mehr von RP ONLINE