Leverkusen "Das ist eine Katastrophe"

Leverkusen · Durch zwei Baustellen gleichzeitig hat der Landesbetrieb Straßen NRW Witzhelden praktisch dichtgemacht.Endlose Staus vor den Baustellenampeln verärgern viele Anwohner – vor allem die Geschäftsleute.

Witzhelden Die eindrücklichste Stau-Schilderung bekam Alexander Pickard gestern morgen von einem Kurierfahrer, der mit einer Lieferung aus Richtung Hilgen zu ihm unterwegs war. "Der hat 20 Minuten vor der Baustellenampel gestanden", erzählt der Inhaber des gleichnamigen Modegeschäftes an der Solinger Straße in Witzhelden. Und dann musste der Mann ja auch wieder aus dem Ort heraus – vorbei an der nächsten Ampel und damit dem nächsten Stau.

Deutlicher Kundenrückgang

Viele Witzheldener sind verärgert. Seit einer Woche saniert der Landesbetrieb Straßen NRW die Seitenrinnen im Ortskern. Seit Montag wird jedoch auch der Asphalt auf der Solinger Straße im Bereich vor der Grundschule Flamerscheid erneuert. Und das hat zur Folge, dass kein Weg mehr ohne Baustellenampel in den Ort hinein oder aus ihm heraus führt. Insbesondere zu den Stoßzeiten bilden sich Mega-Staus, die Anwohner und Durchreisende verärgern, vor allem aber die Geschäftsleute.

"Das ist eine einzige Katastrophe", schimpft Hans-Ulrich Bonus, Leiter der Edeka-Filiale an der Solinger Straße. Er hat die "Abriegelung" des Ortskerns besonders zu spüren bekommen. "Wir haben einen deutlichen Kundenrückgang zu verzeichnen", sagt Bonus, den nicht nur die Gleichzeitigkeit der Baumaßnahmen auf die Palme bringt: "Am Montag wurde die neue Baustelle eingerichtet. Jetzt, am Tag danach, ist kein Arbeiter dort zu sehen. Warum machen die nicht wenigstens zügig weiter?"

Schon im Februar, so hatte Straßen NRW auf RP-Anfrage vor kurzem mitgeteilt, war der Asphalt an der Solinger Straße abgefräst worden. Seitdem hatte der Bereich als "Schandfleck" (so Busunternehmer und Verkehrs- und Verschönerungsvereins-Chef Holger Wiedenhoff) Schlagzeilen gemacht. Monatelang ging nichts voran, weil der Landesbetrieb die Baumaßnahme nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Seitenrinnen ausgeschrieben hatte. Man habe auf die Ferien warten wollen, um den Schulbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Dafür sei jetzt das ganze Dorf lahmgelegt, argumentieren viele Witzheldener, die nicht nachvollziehen können, warum nicht zumindest der Asphalt an der Solinger Straße bereits in den Osterferien aufgebracht worden ist.

Ein Sprecher von Straßen NRW erklärte gestern auf Anfrage, man bemühe sich grundsätzlich immer darum, in Ferienzeiten Baustellen zu bündeln, dabei aber die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Den aktuellen Vorwürfen werde man nachgehen und dann eine Erklärung liefern.

(RP)
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