Leverkusen: Das Handwerk hat 1200 neue Meister

Leverkusen: Das Handwerk hat 1200 neue Meister

Die Handwerkskammer zu Köln ehrte jetzt die "Besten der Besten", die nach ihrer zweijährigen Ausbildung ihre Meisterprüfung mit Bravour bestanden. In seiner Rede im Bayer Kasino wurde Kammerpräsident Hans Peter Wollseifer auch politisch.

"Dieser Tag gehört euch. Die Zukunft übrigens auch", war auf großen Leinwänden zu lesen, die an der Bühne im Bayer Kasino standen. In den ehrwürdigen Räumen ehrte die Handwerkskammer zu Köln zum zweiten Mal nach 2016 die 13 Jahrgangs- und Prüfungsbesten unter insgesamt 1200 Handwerkern, die nach zweijähriger Ausbildung ihre Meisterprüfung ablegen konnten. Sämtliche Kandidaten kamen aus der Umgebung, aus Leverkusen war niemand vertreten.

Als Moderator führte Comedian Bernd Stelter locker durch den Sonntagvormittag. Vor der eigentlichen Zeremonie, bei der Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer, Vizepräsident Alexander Hengst sowie Hauptgeschäftsführer Ortwin Weltrich Urkunden und Blumen an die jungen Prüflinge überreichten, bezog Wollseifer zunächst Stellung zu aktuellen Themen.

Wer heute im Handwerk seine Meisterprüfung bestehe, warb er im Beisein von Vertretern der Handwerkskammer, Sponsoren und Politik, habe zahlreiche Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg. "Der Meisterbrief steht für Kopf und Herz unserer dualen Ausbildung. Er macht uns in der ganzen Welt einzigartig. Nur mit dem Meisterbrief bleibt eine Ausbildung im Handwerk konkurrenzfähig", hob Wollseifer hervor, ehe er sich bei Betrieben und Handwerksorganisationen für deren engagierte Arbeit bedankte.

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Eine Stärkung der beruflichen Bildung sei unverzichtbar, merkte der Kammerpräsident an. Ihr gelte es im gesellschaftlichen Bewusstsein, einen ebenso hohen Stellenwert wie der akademischen Bildung einzuräumen. Und aus dieser Gleichwertigkeit müssten Konsequenzen gezogen werden: "Weiterbildung zum Meister muss komplett kostenfrei werden", forderte Hans Peter Wollseifer mit Nachdruck bei der Feierstunde im Bayer Kasino. So, wie es im Studium längst der Fall sei. Und wie es der "Koalitionsvertrag jetzt endlich in Aussicht" gestellt habe, unterstrich er.

Akademische und berufliche Bildung schließen sich im Übrigen nicht aus, sondern ergänzen sich gegenseitig, wie bei der Meisterfeier jetzt einmal mehr deutlich wurde. Denn zwei der drei jungen Meister, die mit Spitzennoten ihre Prüfung abgeschlossen haben und daher als die "Besten der Besten" ausgezeichnet wurden, absolvierten parallel zur Weiterbildung in ihrem Handwerk auch noch einen Bachelorstudiengang.

In Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln bietet die Handwerkskammer dieses triale Studium an, bei dem alle drei Bildungsabschlüsse - Geselle, Meister und Bachelor - in viereinhalb Jahren zu erreichen sind. Konditormeisterin Antonia Fuchs (23) aus Köln und Tischlermeister Felix Hüllen (23) aus Wachtberg bei Bonn haben vorgemacht, wie gut das triale Studium funktioniert. Dritte im Bunde der "Besten", die am Sonntag geehrt wurden, ist Gold- und Silberschmiedemeisterin Verena Heider (40, Bergisch Gladbach).

(RP)