Jubiläum in Leverkusen: Das Forum wird 50

Jubiläum in Leverkusen : Das Forum wird 50

Die Stadt legt mit den Planungen fürs Jubiläum 2019 los. Roswitha Arnold (Kulturausschuss) wünscht sich ein Programm für die Bürger. Nicht nur Infostände.

Es ist 1969. Die Welt der elfjährigen Roswitha Arnold dreht sich hauptsächlich in der Kreisstadt Opladen, wo sie aufwächst. Dass nebenan in Leverkusen in den vergangenen vier Jahren das Forum in die Höhe gewachsen ist - für eine Elfjährige ein wenig spannendes Thema. "Ich habe an diese Zeit in Wiesdorf keine Erinnerung", sagt die Vorsitzende des Kulturausschusses heute.

( Der Große Saal bietet 962 Plätze. In den 90-Quadratmeter-Orchestergraben passen 70 Musiker. Foto: Stadt

Sechs Jahre später. Roswitha Arnold ist 17 und erlebt ihren ersten Besuch im Forum. "Ein schöner Tag", eine Theater-Adaption der Mozart-Oper "Die Hochzeit des Figaro", wird gegeben. Und Arnold ist begeistert. Vom klassischen Stück, aber auch vom Forum: "Ich fand das Gebäude von Anfang an toll, eine wunderschöne Architektur", schwärmt sie. "Wie die Balkone angeordnet sind, der äußere Eindruck allgemein." Mittlerweile wisse sie, dass die Ausrichtung "etwas falsch" sei. Dennoch. Arnold ist eine Forum-Freundin, hat die Jazztage, die zum großen Teil im dortigen Terrassensaal laufen, nur selten verpasst.

Und sie erinnert sich an denkwürdige Momente: "Es gab mal eine Erich-Fromm-Lesung, ,Die Kunst des Liebens', da sind Leute türenknallend raus. Mancher in der Politik hat sich aufgeregt, wie die Stadt sowas aufführen könnte - ohne das Stück gesehen zu haben." Diese Attitüde setze sich bis heute bei manchem Leverkusener fort. Arnold hofft, dass sich die Kulturbegeisterung der Bürger noch steigert, wenn 2019 der 50. Geburtstag des Forums, gefeiert wird.

' Blickfang: der Lampenbaum im Treppenaufgang. Foto: Schütz Ulrich

Was die Stadt plant, wollte die CDU vorab per Anfrage wissen. Zum 40. Geburtstag des Forums, das Konkurrenz durch eine neue Veranstaltungshalle in Manfort fürchten muss (wir berichteten), war die Spielstätte im jahr 2009 für ihre "besondere Architektur in Form von Dreiecken und Sechsecken (Architekt: Ulrich S. von Altenstadt)", so bemerkt die CDU, unter Denkmalschutz gestellt worden. Für das Jubiläum nun sind die Vorbereitungen angelaufen.

"Dabei steht die breite Bevölkerung, die dieses Haus seit 50 Jahren besucht und nutzt, selbstverständlich im Fokus der Überlegungen", antwortet die Stadt über das Mitteilungsblatt z.d.a.Rat. Berücksichtigen müssen die Planer, dass ein Jubiläum kostet, die Finanzierung aber nicht zulasten des Jahresprogramms gehen soll. Die Stadt will Fördergelder, etwa beim Landschaftsverband Rheinland, locker machen.

% Ist seit zehn Jahren denkmalgeschützt: das Gebäude in der City. Foto: UM, US, Stadt (Archiv)

Zum Wochenende 13. bis 15. September 2019, der Spielzeiteröffnung, kann sie sich ein "kompaktes Jubiläumsprogramm mit einem größeren, attraktiven Gastspiel, einer Gala mit (Tanz-)Musik, Impro-Theater und Talk, Kindertheater und populärem Rahmenprogramm" vorstellen. Dazu Führungen. Geprüft werde, "ob eine spezielle Lichtinstallation das Forum über einen längeren Zeitraum im Jubiläumsjahr in Szene setzen kann". Mitgestalten soll das Jubiläum auch die freie Kulturszene (Foto-/Video-Installation auf der Fassade). Bürger wollen die Planer über ein "attraktives Programm" und über Aktionen wie "Erzählcafés" mit Zeitzeugen einbinden.

Zart kommt dem nahe, was Roswitha Arnold vorschwebt. "Es sollte mehr sein als Infostände. Man könnte sich inspirieren lassen von dem, was Thomas Helfrich von Bayer Kultur zur Spielzeiteröffnung organisiert hat." Zur Erinnerung: Im September 2017 gab es im Erholungshaus eine "Party in Weiß". Arnold: "Auf jeden Fall sollte die Stadt die Leute richtig mitnehmen."

(RP)
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