Leverkusen: Currenta: Sparideen bringen 2,5 Mio

Leverkusen : Currenta: Sparideen bringen 2,5 Mio

Wie man die Arbeitswelt verbessern kann, dazu haben bei Chempark-Betreiber Currenta viele Mitarbeiter Ideen. Die Firma meldet für 2012 gar ein Rekordergebnis bei umgesetzten Vorschlägen und Einsparungen an.

Jeden Tag prüft Industriemechaniker Hans-Joachim Roth in seiner Werkstatt im Chempark Schlauchleitungen. Einige sind mit Presshülsen gefertigt, so wird eine dichte und feste Verbindung zur Anschlussarmatur sichergestellt. Roths Arbeitgeber Currenta, Betreiber der Chempark-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen, orderte diese speziellen Schläuche bislang extern. Irgendwann kam der Industriemechaniker auf die Idee, dass man die Schläuche auch selbst einkürzen und mit den Hülsen verpressen könnte, und schlug das seinem Arbeitgeber vor. Currenta befand die Idee für gut und setzte sie in die Tat um. Weil sie sich lohnt: Knapp 30 000 Euro spart Currenta pro Jahr dadurch, dass die Schlauchleitungen nun selbst produziert werden.

Das ist gut für das Unternehmen, doch was bringt das Hans-Joachim Roth? Neben Anerkennung auch bares Geld, nämlich 8900 Euro. Currenta ruft seine Mitarbeiter regelmäßig dazu auf, Verbesserungsvorschläge einzureichen. Und wenn diese — eben wie der von Roth — sinnvoll sind, prämiert Currenta das. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3534 Verbesserungsvorschläge eingereicht, das waren gut 500 mehr als noch 2011. In beiden Jahren wurden knapp die Hälfte der Ideen umgesetzt. Die Ersparnis durch die realisierten Vorschläge war allerdings im vergangenen Jahr deutlich höher als im Jahr zuvor: 1,5 Millionen Euro sparte Currenta 2011. Im vergangenen Jahr waren es knapp 2,5 Millionen, berichtete das Unternehmen jetzt. Und setzt ein entscheidendes Wort dahinter: Rekordergebnis — und zwar sowohl bei der Einsparsumme als auch bei den eingegangenen Vorschlägen aus der Mitarbeiterschaft. Der Einsparsumme gegenüber stehen Prämienzahlungen von 758 000 Euro. Eine Idee brachte dem Erfinder gleich 37 000 Euro ein — das war die höchste Einzelsumme, die ein mitdenkender Mitarbeiter erhielt. Aber auch Ideen, die für gut befunden werden, es aber nicht in die Realisierung schaffen, werden belohnt. Currenta schüttet dafür jetzt noch einmal extra mehr als 25 000 Euro aus.

Dr. Günter Hilken, Chef des Chempark-Betreibers, hat für die Kreativität der Beschäftigten ein dickes Lob parat: "Die hohe Beteiligung zeigt uns, wie sehr sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren", sagt er. "Wir sind stolz, wie sehr sie sich für die Optimierung von Produktionsprozessen, für umweltschonende Maßnahmen und die stete Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz engagieren. Dafür bedanke ich mich."

Übrigens: Die meisten kreativen Ideen entwickelten Mitarbeiter aus Leverkusen, sie reichten 2035 Vorschläge ein, die Kollegen aus Dormagen kamen auf 927 Ideen, die Mitarbeiter in Krefeld auf 564. Die Currenta-Mitarbeiter aus Wuppertal brachten acht kreative Ideen ein.

Der Chempark-Betreiber bemühe sich, die Ideen möglichst schnell in die Tat umzusetzen, sagt Dirk Berkenkötter, Bereichsbetreuer für das Ideen-Management bei Currenta: "Das motiviert die Mitarbeiter, einen zweiten oder dritten Vorschlag einzubringen."

(RP/ac)
Mehr von RP ONLINE