Leverkusen: Currenta: Millionenschaden durch Metalldiebe

Leverkusen: Currenta: Millionenschaden durch Metalldiebe

Auf etwas mehr als eine Million Euro beziffert Chempark-Betreiber Currenta den Schrott- und Wiederbeschaffungswert der Metallteile und Motoren, die in einem offenbar großangelegten Schwarzhandel "verlustig gegangen sind", sagten am Mittwoch die Currenta-Sprecher Jörg Brückner und Michael Nassenstein.

Die Teile stammen aus dem Kraftwerk im Chempark, das im vergangenen Jahr abgerissen wurde, um Platz zu schaffen für das geplante Gas- und Dampfkraftwerk der Schweizer Firma Repower.

An den illegalen Machenschaften beteiligt gewesen sein soll ein Currenta-Mitarbeiter, der für die Entsorgung des Schrottes verantwortlich gewesen ist. Er soll laut Currenta mit einer externen "Schrottfirma" zusammengearbeitet haben. Wann und unter welchen Umständen der Schwarzhandel mit dem Metallschrott und den Motoren ablief und wie er letztlich aufgefallen ist, dazu äußerten sich die Currenta-Vertreter gestern nicht.

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Derzeit begegnen sich Currenta und der Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht Solingen (Gerichtstag Leverkusen). Der Mitarbeiter fechtet seinen Aufhebungsvertrag an, den er Mitte Juni unterschrieben hatte. Vertreten wird er vom Opladener Rechtsanwalt Peter Orlowski. "Mitte Mai war mein Mandant vom Werkschutz als Zeuge in dem Fall geladen worden." Im Juni sei er zwei weitere Male vom Werkschutz vernommen worden. "Kurz drauf wurde er zur Personalabteilung gebeten." Dort habe man dem Mann "einen Auflösungsvertrag vorgelegt und gesagt, wenn er den nicht unterschreibe, dann werde er fristlos gekündigt". Orlowski sagt, ohne Beweismittel sei eine fristlose Kündigung nicht möglich, und Currenta habe bisher keine Beweismittel vorgebracht. "Wir haben den Aufhebungsvertrag angefochten, weil es sich beim Vorgehen der Currenta um eine widerrechtliche Drohung handelt", erläutert Orlowski.

Richterin Alexandra Rüter forderte die Parteien auf, sich zu einer Einigung zusammenzusetzen.

(RP)
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