Leverkusen Currenta baut in Bürrig aus

Bürrig · Kommende Woche stellt der Chemparkbetreiber ein Projekt mit der Avea vor, eine Schlackenaufbereitungsanlage. Parallel läuft das Genehmigungsverfahren für eine Mengenanpassung in der Sondermüllverbrennungsanlage.

 Hochsensible Arbeit in Bürrig: In der Sondermüllverbrennungsanlage soll es die Abfallmengen um die Hälfte erhöht werden. Außerdem ist eine Schlackenaufbereitungsnalage mit der Avea in Planung.

Hochsensible Arbeit in Bürrig: In der Sondermüllverbrennungsanlage soll es die Abfallmengen um die Hälfte erhöht werden. Außerdem ist eine Schlackenaufbereitungsnalage mit der Avea in Planung.

Foto: Uwe Miserius (Archiv)

Müll-Gipfeltreffen in Bürrig: Chempark-Betreiber Currenta (Bayer-Lanxes-Tochterfirma) und die kommunale Entsorgerfirma Avea starten ein gemeinsames Projekt, dessen Name vielleicht nicht allzu angenehm klingt, aber der Rohstoff(rück-)gewinnung dienen soll: eine Schlackenaufbereitungsanlage.

Errichtet werden soll sie auf dem Gelände des von der Currenta betriebenen Entsorgungszentrums in Bürrig. Beide Firmen hätten es sich zum Ziel gesetzt, "die Roh- und Wertstoffe aus Abfällen der Region weitestgehend wieder verfügbar zu machen, um damit Stoffkreisläufe zu schließen", heißt es bei der Currenta. Details zur Zusammenarbeit wollen die beiden Firmen in der kommenden Woche bekanntgeben, etwa, wann die Anlage errichtet und in Betrieb genommen wird.

Von 80 000 auf 120 000 Tonnen

Es wird nicht die einzige Baustelle auf dem Gelände hinter dem Westring. Denn derzeit liegt ein Genehmigungsantrag des Chemparkbetreibers bei der Bezirksregierung Köln. Darin geht es um die Erhöhung der verbrannten Abfallmengen in der Sondermüllverbrennungsanlage von bisher 80 000 Tonnen pro Jahr auf künftig 120 000 Tonnen. Das klingt fast so, als rolle wieder Sondermüll vom anderen Ende der Welt an — wie vor vier Jahren, als eine mehrere tausend Tonnen starke Fuhre Hexachlorbenzol aus Australien in Leverkusen und Dormagen verbrannt wurde.

Currenta-Sprecher Mark Mätschke winkt ab und erläutert, warum die Sondermüllverbrennungsanlage eine Mengenanpassung erfährt: "Die Qualitäten von Abfällen haben sich geändert. Waren es früher heizwertreiche Abfälle, also solche mit einem hohen Energiegehalt, haben Firmen heute ihre Abfallkreisläufe verfeinert, ziehen selber schon Energie heraus", erläutert Mätschke. Das heißt: Der Abfall ist energieärmer.

"Der Energieausgleich muss bei uns mit mehr Menge erfolgen, um unsere Verbrenungsanlage weiter wirtschaftlich betreiben zu können." Mehr Menge soll aus den von der Currenta betriebenen Chemparks kommen — "der größte Teil der Abfälle stammt daher". Im Moment gehe aber auch Sondermüll der in den Chemparks ansässigen Firmen zu anderen Entsorgern. Das soll sich ab 2013 ändern, wenn die geänderte Anlage in Betrieb genommen werden soll. Vorausgesetzt, das Genehmigungsverfahren läuft in den nächsten Monaten glatt.

Ab kommenden Mittwoch, 22. Juni, bis zum 21. Juli liegen die Unterlagen für das Verfahren zur Einsicht aus — unter anderem bei der Stadt im Elberfelderhaus (Hauptstraße 101, Block A, Zimmer 201, mo. bis do., 8.30 bis 15.30 Uhr, fr. 8.30 bis 13.30 Uhr).

(RP)
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