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Coronazahlen zu hoch: Stadt Leverkusen sagt die Kunstnacht ab

Coronazahlen in Leverkusen sind zu hoch : Stadt sagt die Kunstnacht ab

Die 16. Leverkusener Kunstnacht wird als jene, die nicht stattfand, in die Stadtgeschichte eingehen. Der Krisenstab reagiert mit der Absagte des für Freitag geplanten Abends auf den überschrittenen Grenzwert bei der Rate der Neuinfektionen.

Es wäre eine besondere Nacht geworden in einem besonderen Jahr. Die Kunstnacht in der Corona-Krise sollte Kulturhungrige sättigen und Kunstschaffenden die Möglichkeit geben, auf gewohnt kreative Weise auf sich und ihr Werk aufmerksam zu machen, Kontakte zu knüpfen, zu netzwerken, wie es neudeutsch heißt, vielleicht auch den ein oder anderen interessierten potenziellen Käufer aufzutun und das Überleben in dieser Krise zu sichern. Daraus wird nichts.

Der Inzidenzwert – das ist die Rate der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner –  hat am Freitag in Leverkusen die kritische Marke von 35 überschritten, kratzte am Sonntag fast schon am 40er-Wert, die Zahl der Neuinfizierten hat in der vergangenen Woche beständig zugenommen.

Montag entschied der Krisenstab der Stadt: Ob dieser Zahl fällt die für Freitag, 5. Oktober, geplante 16. Kunstnacht aus.

„Heute wurde in Abstimmung mit der Krisenstabsleitung, dem Gesundheitsamt und dem Kulturdezernenten die Entscheidung getroffen, die Kunstnacht kurzfristig abzusagen. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, die seit dem 1. Oktober gilt, schreibt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 35 das Einleiten strengerer Maßnahmen vor“, erinnert die Stadt. „Angesichts der momentanen Entwicklung der Infektionszahlen wurde daher die Entscheidung getroffen, die Kunstnacht aus Gründen des Infektionsschutzes abzusagen.“

Für die Kunstnacht war ein Hygienekonzept erstellt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt worden, um allen Besuchern „den Kunstgenuss bei einem gleichzeitigen größtmöglichen Maß an Sicherheit bieten zu können. Angesichts der aktuellen Entwicklung musste nun dennoch eine Abwägung zu Gunsten des Gesundheitsschutzes aller Beteiligten vorgenommen werden.“

Die teilnehmenden Künstler hat die Stadt am Montag über die Absage informiert. Kulturdezernent Marc Adomat bekräftigt: „Ich bedauere diesen Schritt sehr. Die Absage fällt nicht leicht angesichts des großen Engagements der Leverkusener Künstler. Trotzdem ist diese Entscheidung die einzig richtige. Denn die Corona-Pandemie wird uns leider noch sehr lange beschäftigen und daher müssen wir alles tun, um Infektionen zu vermeiden. Sicherheit geht hier vor.“

Ein Schock für die Kulturschaffenden? RP-Fotograf Uwe Miserius, der für die Kunstnacht eine Beamer-Projektion an der Kultmusikkneipe Topos in Wiesdorf vorbereitet hat, wertet die Entscheidung der Stadt positiv: „Besonders schade ist, dass der Inzidenzwert durch unbedachte private Feiern  so hochgegangen ist und deswegen dann diese schöne Kulturveranstaltung abgesagt werden muss.“ Aber, sagt der Fotograf, die Absage sei sinnvoll, damit die Zahl der Infizierten nicht deswegen auch noch weiter ansteigt. Denn Ansammlungen vor der Türe bei Terminen, die drinnen stattfinden, lassen sich schlecht kontrollieren.“