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Coronavirus - Leverkusen: Stadt und Gesundheitsbehörden gut vorbereitet

Stadt und Klinikum : Leverkusen sorgt gegen Corona-Virus vor

Stadt und Gesundheitsbehörden sehen sich gut vorbereitet. Nur die Apotheker fühlen sich allein gelassen.

(om/ssa) „Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen“ – das stellte Gesundheitsminister Jens Spahn nach dem Ausbruch der Corona-Krankheit Covid 19 in Italien klar. Zugleich aber warnte er vor Panikmache. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bleibt nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts derzeit weiterhin gering.

Trotzdem will man für den Ernstfall gerüstet sein und bereitet sich auf erste Fälle vor — auch in Leverkusen. Man beobachte die Entwicklungen sehr genau, sagte Stadtsprecherin Julia Trick. Das Gesundheitsamt sei in ständigem Austausch mit der Landesbehörde. „Wir sind als Stadt gut vorbereitet“, fügt Trick an. Nicht zuletzt, weil das Klinikum seit einiger Zeit sogar über eine eigene Infektionsstation verfüge.

Die Krankenhäuser in NRW halten 1900 mittlere Isolierbetten (Kategorie B) vor, wie sie für Corvid-19-Patienten benötigt werden. In Leverkusen gibt es zwölf davon. Klinikum-Sprecherin Sandra Samper bestätigt, dass bereits erste Maßnahmen ergriffen und damit begonnen wurde, das Personal im Umgang mit (Verdachts)-Fällen zu schulen. Um Klarheit über eine mögliche Infektion zu erhalten, werden die Personen untersucht. Verdächtige Proben würden erst per Rohrpost ins hauseigene Synlab-Labor und – wenn nötig – zur weiteren Absicherung ins Uni-Klinikum Köln verschickt.

Bestätigt sich der Infektionsverdacht, wird der Patient auf die Isolierstation verlegt. Das Klinikum ist in der komfortablen Situation und besitzt seit drei Jahren eine Infektionsstation mit vier Einbett- und vier Zweibettzimmern). Behandelt werden dort Patienten mit ansteckenden Krankheiten. „Es ist eine Station mit der zweithöchsten Sicherheitsstufe“, wie Professor Stefan Reuter, Direktor der Medizinischen Klinik 4, bei der Eröffnung mitteilte. Eine Klassifizierung, die ihre Tauglichkeit für hoch infektiöse Krankheiten benennt und die nicht viele Kliniken in Nordrhein-Westfalen besitzen. Man müsse sich beim Corona-Virus, das über Sekrete der Atemwege übertragen wird, aber nicht auf die acht Zimmer der Isolierstation verlassen, theoretisch könne jedes Zimmer im Klinik-Komplex gegen eine Tröpfcheninfektion mit Hilfe einer portablen Schleuse isoliert werden, fügt Samper an.

„Unser Job ist es, vorbereitet zu sein“, sagt auch Georgia Makridou, stellvertretende Apothekerin der Dr. Oehms Apotheke. Man habe von den Erfahrungen im Umgang mit der Schweinegrippe aus dem Jahr 2009 gelernt. Zwar gebe es noch keine staatlichen Handlungsvorgaben wie damals, und die Weltgesundheitsorganisation warnte bisher lediglich vor einer „möglichen Pandemie“ des Virus, Vorkehrungen trifft die Apotheke auf der Lützenkirchener Straße aber dennoch. Für das Personal stünden bereits Masken mit speziellen Filtern sowie spezielle Behältnisse zur Ausgabe von Medikamenten bereit.

Makridou wünscht sich aber, wie andere Leverkusener Apotheker auch, mehr Informationen und Unterstützung von staatlicher Seite. „Wir kümmern uns, können aber im Prinzip auch nur zuschauen“, sagt sie. Mundschutz und Desinfektionsgel seien in ihrer Apotheke vergriffen. Das berichten auch die Apotheken um sie herum. Hersteller könnten nicht liefern – zu groß ist die weltweite Nachfrage derzeit.

(om/ssa)