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Corona verändert das Kriminalitätsgeschehen auch in Leverkusen

Polizei warnt vor E-Mail-Betrügereien : Schlechte Zeiten für Taschendiebe

Corona verändert das Kriminalitätsgeschehen: Falsche Ärzte tauchen auf, Einbrecher haben es schwer.

Etwa eine Woche dürfte es her sein, die Pandemie nahm Fahrt auf, da klingelten zwei Unbekannte, ein Mann und eine Frau, an der Wohnungstür einer 82-Jährigen in Köln-Mülheim und begehrten Einlass. Das Paar trug Arztkittel und gab sich als Mediziner aus. Sie wollten bei der alten Dame einen Corona-Test machen, gaben die ungebetenen Gäste vor. Doch die 82-Jährige blieb skeptisch und forderte die Unbekannten auf, Abstand zu halten. Als eine Besucherin dazu kam, verschwand das Duo im Hausflur.

Die Polizei warnt nun auch in Leverkusen vor falschen Ärzten, doch das ist längst nicht alles.  Die Corona-Krise schafft neue Varianten der Kriminalität, nach dem Motto: Angst verunsichert und schafft Gelegenheiten. Cyber-Kriminelle versuchen derzeit daraus Kapital zu schlagen. Auch davor warnt das Präsidium Köln-Leverkusen in einer Pressemitteilung.  „Vor dem Hintergrund der Corona-Krise erhalten Bürger dieser Tage vermehrt gefälschte E-Mails, die angeblich von WHO, Banken oder Sparkassen stammen. Vorsicht – die kriminellen Absender nutzen einzig die allgemeine Angst und Verunsicherung aus, um Daten ihrer Opfer abzugreifen“, heißt es darin.

Auch die Weltgesundheitsorganisation  (WHO) selbst warnt auf ihrer Website vor Cyber-Kriminellen, die   sich als WHO-Mitarbeiter ausgeben. Sie versende niemals E-Mail-Anhänge, um die der Empfänger nicht vorher ausdrücklich gebeten habe. Ein weiterer Trick, den die Polizei benennt,  sind Mails mit Hinweisen auf Filialschließungen von Kreditinstituten, in denen Kundendaten abgefragt werden. „Die angeschriebenen Kunden werden dort gebeten, ihre Adresse, E-Mail- und Telefon-Erreichbarkeiten auf einer verlinkten Phishing-Site einzugeben – von der aus diese bei den Betrügern landen.“

In anderen Mails würden etwa Atemschutzmasken und ähnliche derzeit stark gefragte Artikel angeboten, um Daten abzugreifen oder potenzielle Kunden in Fake-Shops zu lotsen. „Diese kassieren dann im Voraus, liefern aber niemals die bestellte Ware.“ Die Polizei empfiehlt daher dringend, solche E-Mails zu löschen und  Anhänge nicht zu öffnen. „Sie aktivieren damit gegebenenfalls den Schadcode.“

An anderen Fronten wird es ruhiger. Die im Polizeijargon so genannten „Tatgelegenheitsstrukturen“, ändern sich , sagt Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Will sagen: schwere Zeiten für Einbrecher und Taschendiebe. Konkrete Zahlen für Köln oder Leverkusen dazu lägen zwar noch nicht vor, sagt Baldes. Doch fehlten etwa Taschendieben derzeit die Gelegenheiten wie  Messen, große Märkte oder Feste. Einbrecher müssen damit rechnen, dass ihre Opfer zu Hause sind. Und auch Drogendealer würden beim Straßenverkauf schneller entdeckt. Kneipenschlägereien entfallen. „Unsere Außeneinsätze gehen derzeit drastisch zurück“, sagt Baldes. Ein Anstieg bei häuslicher Gewalt ist  bisher nicht erkennbar.