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Corona-Regel aus Leverkusener Rathaus löst heiteren Facebook-Diskurs aus

Corona-Regel aus Leverkusener Rathaus löst heiteren Facebook-Diskurs aus : Warten auf den zweiten Aufzuggast ...

Das Foto ist schlicht: ein Aufzug und ein Schild daneben. Dazu eine kleine scherzhafte Bemerkung. Und schon war der schönste Facebook-Austausch im Gange. Initiiert hat das Ganze Bürgermeister Bernhard Marewski nach einem Termin im Rathaus. Ein heiteres  Lesestück in trüben Corona-Zeiten.

„Deutscher Humor ist ja ein echter Schlankmacher: Man muss meilenweit laufen, bis man ihn trifft“, analysierte mal Dieter Hallervorden, Schauspieler und Kabarettist. Leverkusens Bürgermeister Bernhard Marewski musste nur vor dem Rathaus-Aufzug stehen bleiben, um mit einer simplen Corona-Schutzanweisung der Leverkusener Stadtverwaltung eine witzige Facebook-Unterhaltung auszulösen.

Gleich neben der Aufzugtür hatte eine besorgte Bürokratin (oder war es ein Bürokrat?) sicherheitshalber plakatiert: „Bitte immer nur 2 Personen in den Aufzug!!!“ Ratsherr Marewski notiert dazu samt Beweisfoto: „Ich bin ja ein geduldiger Mensch … aber so geht das nicht. Habe gestern im Rathaus am Aufzug 28 Minuten warten müssen, bis eine zweite Person gekommen ist.“

 Genauer Beobachter: Bernhard Marewski
Genauer Beobachter: Bernhard Marewski Foto: Stadt Leverkusen

„Genau mein Humor“, denkt sich ein Leser: „Da gibt es nur eine Lösung. Die Stadt muss sofort eine neue Stelle schaffen: Fahrstuhlnotfallbegleitperson.“ Das könne so nicht stehen bleiben, protestiert ein anderer. Korrekt heiße es alle Geschlechter beachtend: „Bitte Fahrstuhlnotfallbegleitperson (m/w/d). Gaaaaanz wichtig.“ Leser 1 verteidigt sich: „Ich dachte, durch ,Person‘ anstelle von ,Fahrstuhlnotfallbegleiter‘ käme ich um eine Klage herum. Aber da stehe ich wohl schon mit einem Bein im Knast.“

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Fröhlich geht es weiter: „Da die Einführung der Fahrstuhlnotfallbegleitperson an zahlreiche Vorschriften geknüpft ist, würde ich als Übergangslösung die Fahrstuhlassistenz einführen. Natürlich nur mit vorläufiger Erlaubnis.“ Antwort: „Völlig richtig. Ohne dreijährige, staatlich anerkannte Ausbildung geht das sowieso nicht. Alles andere wäre pure Anarchie.“

Der Lösungsansatz wird schnell verfeinert: „Die Fahrstuhlassistenz kommt nach Fahrstuhlassistenzdurchführungsverordnung (FStAssDV) jedoch nur infrage, wenn die Fahrstuhlbegleitpersonen ihre Wiederholungsseminare nach der Fahrstuhlbegleit- und Fahrstuhlnotbegleitverordnung (FStbuFStNbV) rechtzeitig im Fachbereich Gebäudewirtschaft haben gegenzeichnen lassen. Anträge zur Gegenzeichnung können kontaktlos auf der Website der Stadt Leverkusen bestellt werden.“ Puh, was für Wortschöpfungen.

Schließlich mischt Britta Meyer, Chef-Pressesprecherin der Stadtverwaltung, augenzwinkernd mit: „Im Jahr 2030 bildet die Bevölkerung Leverkusens eine weltoffene und tolerante Stadtgesellschaft. Integration, Inklusion sowie Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen sind etablierte Werte, die das gesellschaftliche Miteinander innerhalb der Stadt prägen. So ein operatives Ziel zur Leitlinie 2 in der Leverkusener Nachhaltigkeitsstrategie. Daher haben wir uns gedacht, fangen wir gleich damit im Rathaus an und lassen den Aufzug nur gemeinsam nutzen. Ist zudem auch effizienter. Stimmung.“

Andere Facebook-Nutzerinnen gingen des Bürgermeisters Notlage praktischer an: „Ich hätte geholfen und wäre mitgefahren, kann ja jeder mal in solch eine Situation kommen!“ Zack der nächste Kommentar: „Zum Glück ist kein Ehepaar vorbeigekommen, sonst hätte man einen Arbeitskreis über die Nutzungsreihenfolge bilden müssen.“ Der Bürgermeister aus der Waldsiedlung las schmunzelnd mit, was ein Satz bei mehr als 400 Lesern an Reaktionen auslöste.

Übrigens: Fast alle setzten bei ihren Kommentaren noch ein Smiley hinzu,.