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Corona: Leverkusenerin übt heftige Kritik am Land

Leverkusenerin übt heftige Kritik an Land : Corona: Mutter schreibt an Ministerin

Seit zwei Wochen sind die Schulen in NRW geöffnet. Schulministerin Yvonne Gebauer bekommt nun Post einer Mutter aus Leverkusen. Die Kritik am Vorgehen des Schulministeriums ist deutlich. Corona-Update: In Leverkusen starb ein 77-Jähriger im Zusammenhang mit Covid-19.

Das Konzept, dass die Schüler höherer Stufen Masken tragen und Hygiene einhalten, die Klassenzimmer gelüftet werden, sei „kein Konzept, sondern eine Minimallösung“, schreibt Ursula Baumgärtel, deren Tochter die Lise-Meitner-Schule besucht. Dort sei ein Schüler an Covid-19 erkrankt. „Durch schnelles Handeln und Überstunden seitens des Direktors wurden die Schüler, die am nächsten zu dem erkrankten Schüler während des Unterrichtes saßen, sofort informiert und durch das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt. Die übrigen Schüler der Q 1 wurden vom Direktor in Fernunterricht bis Ende der Woche geschickt. Dies allein ist die Entscheidung des besonnenen Schulleiters, die schnell und überlegt war. Hier fehlt jegliche Unterstützung vom Ministerium“, klagt sie.

Die Schüler sollen erst Anfang September getestet werden. Und: „In der Wirtschaft werden sofort Tests durchgeführt. Bei den Schülern, die eine Pflicht haben zur Schule zu kommen, wird dies unterlassen? Sie werden mit der Angst, sich angesteckt zu haben und ihre Verwandten anstecken zu können, alleine gelassen.“ Das Land öffne unüberlegt die Schulen, habe kein Konzept, „wie man im Falle eines Ausbruchs Unterricht abhält, die Schüler testet, Eltern benachrichtigt“, schimpft Baumgärtel.

Sie will ihre Tochter auf eigene Kosten testen lassen. Bedenklich: Reiserückkehrer würden kostenfrei getestet, obwohl nicht klar sei, dass sie Kontakt zu Betroffenen gehabt hätten. Schüler, die wegen der Schulpflicht „in den Risikobereich eines Infizierten gelangen, erhalten diesen nicht kostenfrei“.

Fälle/Toter 77 Covid-19-Erkrankte gibt es (Sonntag: 66), 394 Infizierte  insgesamt (Sonntag: 383), davon sind 317 genesen (312). Ein 77-Jähriger ist im Zusammenhang mit Covid-19 am Wochenende im Klinikum gestorben. Leverkusen hat nun sechs Todesfälle. „Die Mortalitätsrate liegt aktuell bei 3,6 pro hunderttausend Einwohnern und somit deutlich unterhalb des Landesdurchschnitts in NRW“, schreibt die Stadt.

Klinikum Das Haus betreut sieben Patienten, fünf davon aus Leverkusen. Ein Patient wird intensivmedizinisch versorgt.

(LH)