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Corona Leverkusen: Noch keine Maskenpflicht in Öffentlichkeit - Bitte um Verzicht auf Reisen

Stadt Leverkusen zur Corona-Lage : Noch keine Maskenpflicht in Öffentlichkeit

In einem Bericht zur Corona-Lage betont die Stadt die Maskenpflicht bei Veranstaltungen und bittet Bürger dringend, aufs Reise zu verzichten, damit mit der nächsten Reisewelle keine neue Pandemiewelle entsteht.

Der Herbst kommt – Corona bleibt: Was bedeutet das für die Stadt? Soviel vorweg: Eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wird es – im Gegensatz zu anderen Städten – in Leverkusen vorerst nicht geben. Darauf habe sich der Krisenstab mit NRW-Gesundheitsminister und Bezirksregierung geeinigt, sagte Schuldezernent und Leiter des Krisenstabs Marc Adomat am Mittwoch bei einem Sachlagebericht.

Gleichwohl habe man entschieden, dass das Tragen von Mund- und Nasenschutz bei sämtlichen Veranstaltungen notwendig sei, fügte Adomat hinzu. Die Maskenpflicht für Schulen bleibe unverändert. Auf Wochenmärkten sei der Schutz nur an Marktständen vorgeschrieben. Trauerhallen blieben weiter gesperrt, Sport ohne Kontakt bleibe möglich, wenn der Mindestabstand gewährleistet sei. Aktuell gebe es keine Grundschule, die einen Martinszug plane. Für alle übrigen Umzüge werde man das Geschehen bis Ende Oktober beobachten und erst dann entscheiden. Da Karneval in Leverkusen nicht die gleiche Bedeutung habe wie in Köln, verzichte man zum Sessionsauftakt am 11. November auf ein Alkoholverbot.

„Insgesamt haben wir das Infektionsgeschehen ganz gut im Griff“, fasste Adomat zusammen. „Wir werden mit äußerster Konzentration weiterarbeiten, um Erreichtes aufrechtzuerhalten“, ergänzte Oberbürgermeister Uwe Richrath.

Gesundheitsamtsleiter Martin Oehler bestätigte zwei Corona-Fälle bei der Entsorgungsfirma Avea. Das sei allerdings weder besorgniserregend noch gefährde es die Müllentsorgung in Leverkusen, betonte der Mediziner, der zugleich dringend vor Auslandsreisen warnte. Reiserückkehrer seien bei einer Pandemie der eigentliche Kern des Problems, da das Virus aus gefährdeten Ländern wie beispielsweise aus der Türkei nach Deutschland eingeschleppt werde. „Die Migranten kommen aus ihren Ursprungsländern infiziert zurück. Wenn wir dem keinen Riegel vorschieben, beginnt die nächste Welle nach den Herbstferien“, sprach Oehler Klartext. „Denn mit jeder Reisewelle geht das Spiel von vorne los, und dann beginnt im Grunde eine neue Epidemie.“

Mit Nachdruck appellierte er an die Bürger „wenigstens im Corona-Jahr 2020 einmal auf Reisen zu verzichten. Damit wäre viel gewonnen, und Todesfälle würden vermieden.“ Die Länder planten ohnehin eine Verschärfung für Reiserückkehrer ab Mitte Oktober. Da in Leverkusen viele Migranten lebten, werde man die Restriktionen unter Umständen schon früher verschärfen. Im Gesundheitsdezernat von Alexander Lünenbach sind zehn weitere Mitarbeiter eingestellt, um Kontaktlisten abgleichen und Infektionsketten frühzeitig unterbrechen zu können. „Der Kampf gegen Corona ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf“, bemerkte Lünenbach.

Zur besseren Belüftung von 42 städtischen Turnhallen wurden 200 so genannte CO2-Ampeln bestellt, berichtete Baudezernentin Andrea Deppe. Vier weitere Hallen würden schnellstmöglich durch einen Lufthygieniker geprüft, um den Betrieb auch dort sicherstellen zu können. Uneingeschränkt nutzbar seien bislang nur die Sportanlagen Im Bielert, Am Stadtpark, der Meitner-Schule und an Dönhoff- und Herderstraße, weil sie über neue Technik verfügten.

Um eine zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, rieten die Ärztlichen Direktoren des Klinikums und des Remigius-Krankenhauses Utz Krug und Gerhard Schuler am Mittwoch zur Grippeschutzimpfung.