1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Corona-Krise – Leverkusener Tafel stoppt Ausgabe

Zu wenig Helfer im Einsatz : Corona-Krise – Tafel stoppt Ausgabe

Die Einrichtung bekam in den vergangenen Woche weniger einwandfreie Ware. Nun fehlt es an Helfern.

In diesem Jahr existiert die Leverkusener Tafel seit 20 Jahren. Vor kurzem hatte der zweite Vorsitzende Reiner Endlein noch gesagt: „Die Menschen hier sind froh, dass es uns gibt.“ Jetzt hat die Coronakrise alles verändert und trifft Bedürftige besonders hart, denn die Tafel bleibt ab sofort und bis auf weiteres dicht.

Zwar hatte die soziale Einrichtung, die in ganz Leverkusen 7200 Menschen und ihre Angehörigen bislang mit rund 80 Tonnen Lebensmitteln versorgte, in den vergangenen Wochen „deutlich weniger“ einwandfreie Nahrungsmittel erhalten, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können. Das alleine war aber nicht der Grund, warum der Vorstand in einer Videokonferenz einstimmig beschlossen hatte, dass sämtliche Ausgabestellen und das Büro der sozialen Einrichtung vorübergehend geschlossen werden. „Wir haben zuletzt lange diskutiert und nach Lösungen gesucht, ob und wie wir den Bedürftigen helfen können“, berichtete Endlein. Seit einer Woche waren die Strukturen an der Ausgabe verändert worden.

Anfangs waren zunächst maximal drei bis fünf Personen in kleinen Gruppen zugelassen. Damit sollte die Ansteckung mit dem Virus im Tafelgebäude möglichst vermieden werden. Zuletzt durften die Kunden gar nicht mehr in die Gebäude eintreten. Helfer haben stattdessen die Taschen der Kunden im Lager gefüllt und vor der Tür an Kunden zurückgegeben. Dann mussten am Sonntag plötzlich zwei von insgesamt sieben Ausgabestellen schließen, weil erst die freiwilligen Helfer, danach die Fahrer ausblieben. „Nichts geht mehr, wenn die eigenen Leute wegbrechen“, argumentierte Endlein und unterstrich, dass sich sämtliche 200 Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis engagieren.

Die meisten dieser Helfer sind – wie auch die Kunden  – über 60 Jahre alt und gehören somit zur Gruppe der besonders Gefährdeten. Endlein: „Wir hatten schon überlegt, fertig gepackte Tüten auszugeben. Doch auch dafür braucht man Fahrer und Helfer, die Waren transportieren, durchsehen, sortieren und verteilen.“

Als Konsequenz bleibe den Bedürftigen nur, sich bei Einkäufen auf die nötigsten Grundnahrungsmittel zu beschränken. Vielleicht werde sich die Situation gegen Ende April wieder verbessern- „Kurzfristig haben wir jedenfalls keine Hoffnung auf Änderung“, merkt Endlein an. Werde sich die Lage gar weiter verschlechtern, müsse man neu überlegen. „Bei Krisenstäben sind wir gerne zur Hilfe bereit“, sagte Endlein und ergänzte: „Tafeln können nicht die Gesellschaft retten und nicht die Probleme der Gesellschaft lösen.“

Was sonst noch wegen Corona geschlossen ist oder ausfällt, haben wir extra zusammengefasst.