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Corona in Leverkusen: Mitte Dezember kommt der erste Impfstoff

Pandemie-Lage in Leverkusen : Corona: Mitte Dezember kommt der erste Impfstoff

Die Maske, auch wenn ihr Tragen laut Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach zum „Volkssport“ wird, ist noch nicht in jedem Gesicht in der Stadt angekommen. Dafür sollen Mitte Dezember möglicherweise die ersten Impfstoffdosen ankommen.

Kontrollen In dieser Woche fielen 170 Maskenverstöße auf, für 150 Maskenmuffel gab es Verwarnungen, für 20 ein Bußgeld. Zudem stellte die Stadt zwei Verstöße gegen die Personenzahl bei Treffen fest, meldet Dezernentin und Krisenstabschefin Andrea Deppe.

Allgemeinverfügung Die Stadt wartet auf die neue NRW-Corona-Verordnung und will dann zügig eine Allgemeinverfügung zu den von Kanzlerin Merkel und den Länderchefs beschlossenen neuen Regeln rausgeben.

Bundeswehr Offiziell endet der Einsatz der 21 Soldaten am 4. Dezember. Die Stadt hat eine Verlängerung bis 8. Januar beantragt. Es gebe „verbindlich positive Signale“, dass dies bewilligt wird, sagt Lünenbach. Die Soldaten helfen bei der Kontaktnachverfolgung.

Erste Impfungen/Impfzentrum Laut Lünenbach ist für Mitte Dezember die Verfügbarkeit der ersten Impfstoffdosen angekündigt. „Im ersten Schritt werden gefährdete Gruppen geimpft: Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und das dortige Personal, zudem das Personal in den Krankenhäusern. Die Stadt geht von 5000 Personen aus. Die Impfungen nehmen mobile Impfteams vor Ort vor. Die Stadt berät sich mit Feuerwehr, Kassenärztlicher Vereinigung (KV) und Maltesern zu den Details.

Im zweiten Schritt wird das Impfzentrum eingerichtet. Wo es entstehen soll, will die Stadt zeitnah, wohl am Montag, bekanntgegeben. Fakt ist: Die Stadt will kein Zelt und keinen Container, sondern ein gut erreichbares Gebäude. Dort werden Impfstraßen eingerichtet. Die Verwaltung arbeitet mit der KV zusammen, denn niedergelassene Ärzte sollen die Impfungen im Zentrum übernehmen.

Quarantäne-Strategie Hier kommt es zu einem „radikalen Umdenken“ wegen der neuen Bund-Länder-Regelung, sagt Gesundheitsamtsleiter Martin Oehler. Beispiel: Ist ein Schüler infiziert, muss die Klasse in Quarantäne. Wegen der verkürzten Quarantänezeit auf fünf Tage nehme die Effektivität deutlich ab, kritisiert Oehler. Die sich dadurch häufenden Schnelltests verkomplizierten Abläufe.

Schulen Zum ersten Mal ist ein Infektions-Cluster an einer Schule aufgetreten. An der Astrid-Lindgren-Schule gibt es sechs bis sieben Fälle. Oehler: „Das Cluster ist nicht auf Versäumnisse der Schule zurückzuführen.“

Krankenhäuser Das Klinikum verzeichnet eine leichte Entspannung bei den Patientenzahlen, kann geplante Eingriffe vornehmen. Das Remigius-Krankenhaus verschiebt verschiebbare Operationen noch nach hinten, Die Besuchszeiten bleiben in den Häusern wie gehabt.

Einreiseverordnung „Alle touristischen Reisen sollen bitte unterbleiben“, mahnt Oehler.

Software/Personal Zügig soll eine Software zum Einsatz kommen, eine digitale Datenbank, die unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung unterstütze, Abläufe stärker strukturiere. Die Stadt erhöht auch das Personal. Zum 1. Dezember verstärkt eine Ärztin das Gesundheitsamt, später folgt ein weiterer Arzt. Zum. 1. Januar gibt es weitere Einstellungen speziell für die Corona-Einheit. „So soll die Stadt wieder in der Lage sein, mit eigenem Personal die Aufgabe zu bewältigen“, sagt Lünenbach. Weiterhin besteht der Aufruf gerade für medizinisch Ausgebildete, sich als Helfer zu melden. Infos: www.leverkuen.de unter den Corona-Informationen.

Zahlen 2250 Infizierte seit März (+35, Vortag: 2215), davon gelten als genesen: 1160 (+5, 1155), akut Erkrankte 1067 (+29, 1038), Todesfälle seit März: 23 (+1, eine 93-Jährige mit Vorerkrankungen), Inzidenz 174,1 (182), Quarantäne: 4825. Krankenhäuser: Im Klinikum werden 17 Patienten behandelt, sechs intensivmedizinisch. Im Remigius-Krankenhaus werden neun Fälle betreut, zwei auf der Intensivstation, einer beatmet.