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Corona in Leverkusen: „An den Kontakten hängt alles, auch die Todeszahl“

Corona-Lage in Leverkusen : „An den Kontakten hängt alles, auch die Todeszahl“

Bis Mitte Januar soll die erste Impfrunde in den Altenheimen beendet sein. Die Fallzahlen steigen weiter. Stadt rät dringend: Auf Familienbesuche verzichten.

99 Maskenmuffel, 1448 Erkrankte, 917 Geimpfte – die Corona-Lage in Zahlen. Stadt und Kliniken hat am Freitag noch mehr Daten parat. Die Lage:

Impfung Zu sieben Alten- und Pflegeeinrichtungen sind die mobilen Impfteams ausgerückt, impften 917 Menschen – 544 Bewohner und 373 Mitarbeiter. „Letzteres ist ein Drittel des potenziell Möglichen“, sagt Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach. Das heiße nicht, dass noch nicht geimpftes Personal gänzlich zur Gruppe der Impfverweigerer gehöre. „Es kann unter anderem aus medizinischen Gründen dazu gekommen sein, dass jemand noch nicht geimpft wurde“, nennt Lünenbach ein Beispiel. Dem noch nicht geimpften Personal soll nochmal ein Angebot gemacht werden. Ebenfalls in Arbeit ist eine Impfkampagne, die die Bürger informieren und zum Impfgang animieren soll.

Auf der Prioritätenliste oben: Bis Mitte Januar soll die erste Impfrunde in den übrigen fünf Heimen erfolgen, kommende Woche beginnen Impfungen in den Einrichtungen der Lebenshilfe, am 18. Januar starten die Mitarbeiter-Impfungen in den Krankenhäusern. Utz Krug, Ärztlicher Direktor des Klinikums, spricht von einer hohen Impfbereitschaft, ordnet die Quote bei 75 Prozent ein. Auch hier gilt: „Nicht jeder, der noch nicht zugesagt hat, ist ein Impfverweigerer.“ Thomas Karls vom Remigius-Krankenhaus spricht von einer Quote von knapp unter 70 Prozent.

Wirkung Martin Oehler, Chef des Gesundheitsamtes wird deutlich: „Dass es in Heimen trotz der Impfung Todesfälle gibt, liegt daran, dass erst die erste Stufe des zweistufigen Impfprogramms läuft. Antikörper werden erst nach sieben Tagen entwickelt. Aber sie werden entwickelt. Es ist eine absurde Spinnerei, wenn Leute sagen, die Impfungen wirkten nicht.“ Zu Nebenwirkungen: „Zu erwarten gewesen wären laut Hersteller Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen. Bisher hat kein Heim das beobachtet, lediglich hier und da einen schweren Arm, was normal nach einer Impfung ist. Studien belegen, dass Menschen mit Asthma und Heuschnupfen keinen höheren Risikofaktor für eine allergische Reaktion auf die Impfung haben.“

Kontaktbeschränkung Laut Oehler fährt die Stadt derzeit „die negative Ernte der Feiertage“ ein, sprich: die Fallzahlen gehen nach oben. Die Hauptübertragung geschehe im familiären Bereich. Oehler rät: „Im Januar und Februar müssen Besuche in der Familie am besten ausbleiben. Wenn sie stattfinden, bitte mit Maske und Abstand,“ Gerade im Winter sei dies wichtig, denn dann steige im Zusammengang mit den Temperaturen die Sterblichkeit gerade alter Menschen. „An den Kontakten hängt alles, auch die Todeszahl.“

Kontrollen Der Kommunale Ordnungsdienst verwarnte 99 Maskenmuffel und drei Gruppen, die die Personengrenze im öffentlichen Raum nicht einhielten, bei 81 Quarantäne-Stichproben traf er drei Quarantänler nicht an.

Verfügung Die Stadt passt ihre Verfügung den Landes-Vorgaben an. Krisenstabschefin Andrea Deppe: „Einen 15-Kilometer-Radius in der Bewegungsfreiheit gibt es in NRW nicht. Aber die Stadt behält sich Maßnahmen vor, sollte der Inzidenzwert über 200 steigen.“

Fallzahlen Infizierte seit März: 3722 (+51, Vortag: 3671): davon gelten als genesen: 2235 (+29, 2206); erkrankt: 1448 (+22, 1426), Tote: 39, Quarantäne: 2283, Inzidenz: 137,4 (119,1)