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Corona: Der Bunker in Leverkusen geht onlne

Aktion des Jugendzentrums : Der Bunker geht gegen Lagerkoller online

Auch in Zeiten von Corona ist das Engagement des Jugendzentrums Bunker groß.

„Ich chille auf der Couch und gucke Netflix.“ Ein Satz, den die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Jugendzentrums Bunker dieser Tage allzu oft in WhatsApp-Chats lesen, wenn sie die Tagesplanung der Kinder und Jugendlichen erfragen, die normalerweise zu Besuch ins Jugendzentrum kommen.

Seit der Gründung im Jahre 1969 werden den Jugendlichen im Wiesdorfer Hindenburgbunker zahlreiche Angebote gemacht, mit denen sie ihre Freizeit aktiv gestalten können. Unter anderem werden sie bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben unterstützt, es wird gemeinsam Sport getrieben. Und jeden Sonntag findet ein Bandprojekt statt, bei dem alle mitwirken können.

Nun, da das öffentliche Leben aufgrund des Corona-Virus’ zum Erliegen gekommen ist, verbrächten die meisten Jugendlichen ihre Zeit am Bildschirm, sagt Reiner Hilken, Leiter der Einrichtung. „Dass die Kids in der freien Zeit zum Beispiel Sprachen lernen, sich mit Themen wie Natur und Technik auseinandersetzen oder dass sie ein Instrument erlernen, ist eben doch nur eine Wunschvorstellung Erwachsener“, sagt er. Ein Lagerkoller sei programmiert, die Spannungen innerhalb der Familien würden größer.

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Das Jugendzentrum Bunker möchte Abhilfe schaffen und hat einen Teil seiner Angebote ins Internet verlagert, so dass kein direkter Kontakt besteht und die Gesundheit der Jugendlichen gewährleistet wird. In WhatsApp-Gruppen und über die Homepage werden Informationen und Neuigkeiten ausgetauscht. So bleiben die Ehrenamtler mit ihren Besuchern in Kontakt und niemand sitzt abgeschottet von der Außenwelt zu Hause vor dem Fernseher.

Die Kinder und Jugendlichen werden animiert, sich an Gruppenchats und kleinen Wettbewerben zu beteiligen, um der Langeweile zu entgehen. Sonntags trifft sich beispielsweise die Fußball-Gruppe zum „Chat mit Hicham und Reiner“. Beim letzten Mal ist hier z. B. eine Klopapier-Challenge entstanden, bei der die Rolle mit den Füßen oder Händen jongliert wird.

Für viele Jugendliche haben sich die Angebote des Jugendzentrums über die Zeit zu einem täglichen Ritual entwickelt. „Damit ein Hauch von Normalität erhalten bleibt, haben wir versucht, diese Rituale in irgendeiner Form zu erhalten“, sagt Hilken. So bekämen die Besucher zum Geburtstag ein Video-Ständchen und der Kuchen werde kontaktfrei vor der Haustüre abgeliefert.

Ein weiteres aktuelles Beispiel für die Einsatzbereitschaft und Kreativität der Ehrenamtler ist die Aktion „100 für Euch“. Jeder Besucher bekommt eine einmalige Anschubfinanzierung in Höhe von 100 Euro auf sein Bunker-Konto gutgeschrieben, die ausschließlich im „Tante Bunka Laden“ ausgegeben werden können. Kontaktfrei können die Jugendlichen sich dann Spiele und Instrumente ausleihen oder an Verlosungen teilnehmen.

Sollte das Konto einmal leer sein, werden nachweisbare gute Taten mit einer teilweisen Aufladung belohnt. Dazu gehören die Mitwirkung am „Lebensmittelfahrrad“ für Bedürftige und der Einkaufsdienst für ältere Bürger, den das Jugendzentrum mit Hilfe der Jugendlichen unterhält. Ein Konzept, das also nicht nur Langeweile vertreibt, sondern auch bewirkt, dass sich die Jugendlichen unterstützend in der Gesellschaft einbringen.

„Gerade in der zuletzt geführten öffentlichen Diskussion wurden junge Menschen zu oft als verpeilte Party-Feiernde gesehen“, sagt der Leiter des Jugendzentrums und möchte mit diesem Vorurteil aufräumen.

Hier geht’s zur Aktion #rp-gemeinsamstark.