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Corona-Alarm in Leverkusen – Leere in der City

Geschäfte geschlossen : Corona-Alarm – Leere in der City

In der Rathausgalerie und der Fußgängerzone haben nahezu alle Geschäfte zu. Es dürfen nur noch Dinge für den täglichen Bedarf verkauft werden. Posten bewachen die Eingangstür zum Einkaufszentrum.

Die Vögel zwitschern, und die Sonne wärmt die Stadt. Hatten sich zuletzt die Menschen noch auch trotz Coronavirus und aller Warnungen vereinzelt in Eiscafés, Bars und Restaurants getroffen, so ist seit Mittwoch Schluss damit: Nichts läuft mehr in der City in Wiesdorf.

In der sonst belebten Rathaus-Galerie und der Fußgängerzone haben fast alle Geschäfte geschlossen. Ausnahmen sind Apotheken, Drogerien, Friseure und Lebensmittelmärkte. Damit folgt das Center-Management den Anweisungen der Stadt, die die Schutzmaßnahmen am Dienstagabend nach den Leitlinien des Landes in einer Allgemeinverfügung festsetzte. Die Entscheidung war in Düsseldorf gefallen, die Städte und Kommunen mussten folgen.

Die Inhaber der nun geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte hatten nur wenig Zeit, mit den veränderten Gegebenheiten umzugehen. „Zunächst ging es darum, die behördlichen Vorgaben umzusetzen und sich auf die neue Situation einzustellen“, sagte Center-Manager Gregory Hedderich. Er stehe im engen Austausch mit den Geschäftspartnern: „Natürlich gibt es in so einer außergewöhnlichen Krisensituation viel Verunsicherung im Einzelhandel.“

Mitarbeiter des Ordnungsamts schauten in der Leverkusener City danach, ob alle städtischen Verordnungen eingehalten werden. Foto: Miserius, Uwe (umi)

In der jüngeren Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, wie viele Geschäftsinhaber den Vertrag mit dem ECE-Center nach zehn Jahren Laufzeit in diesem Jahr beenden würden. Das Management betonte stets, diese Veränderungen seien normal, langer Leerstand werde nicht befürchtet. Doch könnte durch die Coronakrise nun manchem Mieter finanziell die Luft ausgehen, das Center würde sich weiter leeren. Hedderich will sich da nicht festlegen. „Die Entwicklung ist gerade sehr dynamisch, und wir können aktuell nicht bewerten, welche Auswirkungen das im einzelnen haben wird.“

Die Kunden jedenfalls können bis auf weiteres nur die Geschäfte für den täglichen Bedarf in der Galerie und der City betreten. Wer in den abgesperrten Innenbereich will, muss den Durchgang in der Mitte des Centers nehmen, sich dort mit Name und Telefonnummer in eine Liste eintragen und sich die Hände desinfizieren. Sollte es einen positiv getesten Fall geben, können Besucher, die sich zur selben Zeit im  Center aufhielten, ausfindig gemacht und in Quarantäne verwiesen werden.

„Die meisten Menschen wollen ihre Daten nicht preisgeben“, berichtete einer der Wachmänner am Eingang. Sie schimpften über die Bestimmungen, hielten sie für unnötig. „Man merkt, dass sie die Lage noch nicht verinnerlicht haben.“ Circa 100 Menschen schätzt er, hätten seinen Durchgang an diesem Tag bereits passiert.  Doch in den Minuten des Gesprächs funktioniert das Eintragen ohne große Beschweren oder Probleme.

Unweit des Centers schaute sich Rahsan Guney das Treiben an. Sie leitet den VIP-Friseursalon – und trug eine Schutzmaske. Die hätte das Personal heute von einer Mitarbeiterin bekommen, die die Sachen noch zu Hause gehabt habe. „Wir haben keine andere Möglichkeit, uns zu schützen“, sagte die Friseurin. Sie habe schließlich engen Kundenkontakt. Es gehe darum, Angestellte und Kunden vor Ansteckung zu bewahren.