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Leverkusen: Containerdorf in Schlebusch für 100 Flüchtlinge

Leverkusen : Containerdorf in Schlebusch für 100 Flüchtlinge

In Schlebusch, neben dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und dem Sportplatz Im Bühl, soll wieder ein großes Containerdorf für Flüchtlinge entstehen. 100 Plätze will die Stadt Leverkusen auf dem dortigen Parkplatz schaffen. Gleichzeitig sucht Sozialdezernent Markus Märtens nach Gebäuden, die als Sammelunterkünfte dienen können.

In erster Linie allerdings will die Stadt Flüchtlinge und Asylsuchende in normalen Wohnungen unterbringen. Diese Projektlinie soll der Stadtrat am Montag, 29. September, grundsätzlich beschließen, schlägt die Stadt in der am Montag vorgelegten Beratungsunterlage "Unterbringung Flüchtlinge" vor.

Bei den Flüchtlings- und Aussiedlerwellen in den 90er-Jahren musste die Stadt Leverkusen schon einmal verschiedenste Unterbringungsvarianten anwenden: Es gab Sammelunterkünfte in eigens dafür gekauften Häusern, Containersiedlungen oder die Nutzung von Klassenräumen. In Industriehallen stellte die Stadt Wohnwagen auf, um den Menschen wenigstens eine gewisse Art von Privatsphäre zu gewährleisten. Auf dem Parkplatz Im Bühl war ein Containerdorf, ebenso auf dem Gelände am Freibad Auermühle. Diese Zeiten kehren zurück.

Wie verschiedene Städte in NRW mit den Flüchtlingsströmen umgehen, lesen Sie hier.

Die Stadt versorgt mit Stand vom Montag, 25. August, 425 Flüchtlinge in den städtischen Einrichtungen. Im Mai vergangenen Jahres lag die Zahl der Flüchtlinge im Wohnheim Sandstraße bei 310 Personen. Inzwischen reaktivierte die Stadt Leverkusen die Unterkünfte Hermann-Löns-Straße und Manforter Straße. Derzeit beträgt die freie Kapazität 26 Plätze. Zu wenig, befand jetzt die Stadtspitze angesichts der bundesweit zunehmenden Flüchtlingszahlen. Da der Bau eines Containerdorfes samt Miete/Kauf und Installation einige Vorlaufzeit braucht, soll der Stadtrat zunächst einen Grundsatzbeschluss fassen.

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Über eigene Immobilien zur Flüchtlingsunterbringung verfügt die Stadt nach eigener Angabe nicht mehr. Auf dem freien Markt in Leverkusen gebe es auch wenige potenziell geeignete Gebäude. Deshalb überprüfte die Stadt eigene Grundstücke zur Realisierung von Containerdörfern: Von 17 möglichen Standorten blieben vier Grundstücke übrig.

Standorte: Dazu zählen: Am Nonnenbruch in Lützenkirchen (630 Quadrameter), Am Hühnerberg in Opladen (1300 Quadratmeter), Heinrich-Lübke-Straße in Schlebusch (5800 Quadratmeter) und eben der ehemalige Parkplatz in Schlebusch, Im Bühl (1500 Quadratmeter). Weil die alten Ver- und Entsorgungsleitungen noch am Bühl liegen, entschied sich die Stadt aus Kostengründen für dieses Gelände.

(US)