Leverkusen: Christuskirche Wiesdorf demoliert

Leverkusen: Christuskirche Wiesdorf demoliert

Montag gegen 19 Uhr hat ein Täter Pflastersteine auf die Glastür der evangelischen Christuskirche in Wiesdorf geworfen. Der Schaden ist immens (mindestens 7500 Euro).

Bei den Scheiben handelt es sich um Sonderanfertigungen, deren Erneuerung Wochen dauern wird. Zudem ist ein Glasbild von Katja Ploetz, die in der Kirche ausstellt, zerbrochen. Die Arbeit hing über dem Eingang.

Kranker Täter

"Wirf dein Anliegen auf den Herrn..." heißt es im Psalm 55. Aber so wörtlich sollte das alte Gebet nun auch nicht genommen werden, bemerken die Wiesdorfer Pfarrer Dr. Detlev Prößdorf und Christoph Engels in dem Text, den sie als Reaktion auf die Zerstörung der Kirchentüre verfasst haben.

"Wir sind erschrocken und empört darüber, wie Menschen ihren Unmut zum Ausdruck bringen", schreiben die Pfarrer weiter. Zorn könne zwar bisweilen durchaus Gutes bewirken, aber hier habe man es mit dem Ergebnis sinnloser Zerstörung zu tun. Tatsächlich soll es sich bei dem Steinewerfer um einen geistig verwirrten jungen Mann handeln.

  • Grevenbroich : Polizei ermittelt: Wer zerschlug die Kirchentür von St. Matthäus?

Silvio Gallo, Inhaber des Lokals gegenüber, hatte beobachtet, wie der Täter mehrmals mit Pflastersteinen auf die gläserne Kirchentür warf. Ein Gast habe den flüchtenden Mann verfolgt und dafür gesorgt, dass er festgenommen wurde, berichtet Prößdorf, den man auch benachrichtigt hatte.

Problem Fluchtwege

Während der Baukirchmeister und weitere Ehrenamtliche seit Montag helfen, um die Stelle abzusichern und alles Nötige mit Handwerkern und Versicherungen zu regeln, macht er sich Gedanken über den Pfingstgottesdienst. Denn fest steht, dass die Eingangstür lange nicht benutzt werden kann.

Die Kirche kann zwar auch durch kleinere Nebeneingänge betreten werden, aber es gibt strenge Sicherheitsauflagen, wenn der Hauptfluchtweg versperrt ist. Jetzt werde geprüft, wie viele Besucher man einlassen kann. "Wenn wir am Sonntag Konfirmation hätten, könnten wir dort nicht feiern", sagt Prößdorf.

(mkl)
Mehr von RP ONLINE