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Leverkusen: Christkindchenmarkt: neue Debatte um Standort

Leverkusen : Christkindchenmarkt: neue Debatte um Standort

Sicherlich sei "die Karnevalisierung des Weihnachtsmarktes sowie der Standort vor Rathaus und ECE für den Ausrichter ein lohnendes Geschäft, während der Standort im Marktbereich nicht so attraktiv ist", ätzt Bürgerlisten-Chef Erhard Schoofs in seinem Antrag an die Stadtverwaltung. Gerade deshalb aber "sollte es im Interesse des Festes und der Stadt eine Lösung geben, die auch dem traditionellen Marktbereich gerecht wird."

Es ist nicht das erste Mal, dass die Debatte um die Einbindung des Marktplatzes in den Wiesdorfer Christkindchenmarkt geführt wird. Im Gegenteil: Alle Jahre wieder überlegen die Köpfe der Stadt, wie man diese Aufgabe bewerkstelligen kann. Fakt ist aber: "Wir verlieren auf dem Weg von der Rathaus-Galerie zum Kaufhof 30 Prozent der Besucher, die über den Christkindchenmarkt flanieren", berichtet Organisator Axel Kaechele gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das zu ändern, dafür soll in diesem Jahr ein zweistöckiges Feuerzangenbowlen-Café mit großen Kupferkesseln auf dem "Nobelplatz" zuständig sein. "Dann haben wir die Menschen schon mal bis nach ,oben' gezogen", erwartet Kaechele. Was auf dem Marktplatz geschieht, soll am 26. Februar besprochen werden. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) und dem Sportpark sucht der Organisator nach Lösungen. Eine Eisbahn ist im Gespräch, eventuell so etwas wie ein Biathlon-Angebot oder eine Attraktion, an der man elektronisch seine Snowboard-Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.

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Aber: "Allein nur die Miete für die Eisbahn würde 30 000 Euro verschlingen", gibt Kaechele zu bedenken. "Dann hat man noch kein Eis, kein Häuschen, keine Bewachung." Im vergangenen Jahr sei der Standort Marktplatz bereits "total gebührenbefreit" gewesen — und trotzdem wollte da niemand hin.

Kein Wunder: 2011 hatte Kaechele es geschafft, auf den Marktplatz ein Riesenrad zu stellen, auf dem Weg zwischen Kauhof und Platz lockte die Schweinchenbahn. "Das Riesenrad steht jetzt in Chemnitz vor historischer Kulisse", berichtet der Leverkusener. Genau wie der Betreiber der Schweinchenbahn habe der Besitzer am Ende des Christkindchenmarktes draufzahlen müssen.

Auch der Hinweis von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, der Bezirk I könne das Vorhaben finanziell unterstützen, tröstet den erfahrenen Werbefachmann nicht: "Wenn wir das Geld annehmen, dann sollte es nachhaltig verwendet werden."

Erstmal sei wichtig, die Luminaden und das Areal um den Kaufhof in den Christkindchenmarkt einzubinden. Dafür plant Kaechele, die im vorigen Jahr zum ersten Mal angebotene Wichtelwerkstatt für Pänz in den Luminaden an allen 30 Weihnachtsmarkt-Tagen anzubieten. Mehr als 70 Kinder pro Tag wurden 2012 an jedem der vier Adventswochenenden in der Werkstatt betreut. Kaechele: "Ein toller Erfolg."

(RP)