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Chempark Leverkusen wird grün: Firmen richten sich am Klimaschutz aus

Klimaneutralität und E-Flotte in Leverkusen : Der Chempark wird grün

Klimaneutralität, Nachhaltigkeit, Ökostrom: Unternehmen wie Bayer, Lanxess und Covestro richten sich immer mehr am Umweltschutz aus. Angefangen beim E-Fuhrpark für Besucher des Chemparks Leverkuen.

Grün zu sein, das ist im Chempark nicht mehr alleiniges Recht des Carl-Duisberg-Parks hinter dem Bayer Kasino. Grün ist mittlerweile ein Adjektiv, das sich immer mehr Unternehmen, vor allem die großen Konzerne, in ihre Strategie- und Zukunftspläne schreiben. Auch der Chempark-Betreiber  Currenta, seit kurzem in  Besitz des australischen Investors Mira, denkt grün: Der Besucherfahrdienst, der Gäste des Parks von der Anmeldung am Empfang durch die Werkstore zu Terminen auf dem Areal bringt,  ist ab sofort mit E-Bussen unterwegs.  „Wir haben am Standort Leverkusen einen neuen Dienstleister für den Besucher-Shuttle und unsere Besucherbusse auf E-Antrieb umgestellt. Damit ist ein weiterer Schritt beim Thema ,Besucherempfang als Aushängeschild für Currenta, Chempark und seine Partnerfirmen‘ gelungen“, merkt Chempark-Leiter Lars Friedrich an. Ein sichtbares Signal für die tausende Kunden, die den Chempark pro Jahr besuchen, soll es sein.

„Mit der neuen Flotte wird unser Image als verantwortungsvolles und klimabewusstes Unternehmen unterstützt und damit auch Nachhaltigkeit ein sichtbarer Teil der Visitenkarte des Chempark“, sagen Andrea Biyda und Linda Schubert vom Besucher-Empfang-Team. Die Nachhaltigkeit steht auf vier Rädern nun vor den Türen des Empfangsgebäudes an der Kaiser-Wilhelm Allee.  Die aktuell eingesetzte Flotte in Leverkusen besteht aus fünf Mercedes-Vito-Bussen, die mit reiner Elektroenergie laufen. Dormagen und Krefeld-Uerdingen haben – noch – jeweils zwei Benziner im Einsatz. „Aber auch hier ist geplant, mittelfristig auf E-Mobilität umzurüsten“, sagt Schubert.

Umrüsten in Richtung grün, das passt auch zu den Großen im Chempark: Bayer und Lanxess haben sich deutliche Klimaziele gesetzt, Covestro will sich auf das Thema Kreislaufwirtschaft fokussieren.

Auf der Kunststoffmesse „K“ präsentierte Covestro einen Konzeptschuh aus recycelbarem thermoplastischem Polyurethan, das teils aus Biomasse gewonnen wurde. Foto: Covestro

Bayer will bis 2030 Klimaneutralität erreichen. Nachhaltigkeitsziele stehen auf einer Stufe mit den Finanzzielen. Sie sollen in alle Entscheidungen mit einbezogen werden – und ins Vergütungssystem von Vorstand und Management. Ein Nachhaltigkeitsrat mit externen Fachleuten soll die Konzernspitze  beraten.  Einer der Beiträge zum Klimaschutz: Bayer will  zu 100 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen „und die verbleibenden Emissionen gezielt so kompensieren, dass CO2 im Boden gespeichert und Biodiversität gefördert wird“, hat Konzernchef Baumann angekündigt, sprach von „absoluten Emissionsreduzierungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an“ und will mit Landwirten zusammenarbeiten, „um den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft zu verringern, wo immer das Unternehmen tätig ist.“

Lanxess soll bis  2040 klimaneutral werden, will von aktuell rund 3,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen runter auf Null. Dazu will  Spitzenmanager Matthias Zachert unter anderem Sonderprojekte initiieren, um die Emissionen des Treibhausgases  zu senken, will etwa in Indien bei der Energieversorgung seiner Standorte auf Biomasse und Solarenergie statt Kohle und Gas setzen, in der Produktion sollen klimaneutrale Verfahren Einzug halten. Der Vorstand wird sich daran messen lassen müssen, was er in Sachen Treibhausgasreduktion erreicht – das Bonussystem für Führungskräfte ist daran geknüpft.

Covestro Konzernchef Markus Steilemann will die Vision „Kreislaufwirtschaft“ in die Tat umsetzen.  Die gesamte Produktion  und Produktpalette  sollen ebenso darauf ausgerichtet werden wie alle übrigen Bereiche. „Wir wollen die Natur besser nachahmen. Wenn die Blätter fallen, dann werden sie von der Natur zerlegt, und im Grunde wird daraus wieder etwas Neues aufgebaut. Diese Kreislaufwirtschaft  lässt sich auch auf unsere Industrie anwenden, eben auf CO2, das zerlegt wieder zu etwas Neuem wird“, sagt der Konzernchef. Dazu werden etwa die Produktionsanlagen auf die Nutzung von alternativen Rohstoffen und erneuerbarer Energie umgestellt. „Die Kreislaufwirtschaft muss zum globalen Leitprinzip werden, um Klimaneutralität zu erreichen und die schwindenden Ressourcen unseres Planeten zu schützen.“