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Chempark in Leverkusen: Weiterhin Geruch nach Explosion

Unglück im Chempark Leverkusen : Einsatzkräfte finden weiteren Toten nach Explosion

Eine Woche ist die Explosion im Entsorgungszentrum Bürrig her. Nun fanden die Einsatzkräfte einen weiteren Toten. Die Zahl der Menschen, die ihr Leben bei der Explosion verloren, erhöht sich auf sechs. Eine Person wird noch vermisst.

Weiterer Toter Am Dienstag gibt die ermittelnde Staatsanwaltschaft Köln bekannt, dass ein weiterer Toter gefunden worden sei. Die berichtet die dpa. Demnach sei das Opfer auch identifiziert worden. Insgesamt sind nun mindestens sechs Menschen bei der starken Explosion im Tanklager an der Verbrennungsanlage des Entsorgungszentrums ums Leben gekommen. Ein Mensch wird noch vermisst. Currenta-Chef Frank Hyldmar hatte schon Ende der vergangenen Woche davon gesprochen, dass es kaum bis keine Hoffnung mehr gebe, die Vermissten lebend zu finden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, die Brandermittler der Polizei hätten bisher an den Explosionsort selbst noch nicht vordringen können, weil die Einsturzgefahr des Gebäudes und die Toxizität noch zu schwer einzuschätzen seien.

Trauerort Vor der Currenta-Zentrale (Chempark, Gebäude E1) ist nun ein Trauerort eingerichtet, an dem Menschen Blumen ablegen, Kerzen aufstellen und in stiller Trauer der Verstorbenen gedenken können.

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Schadensmeldungen im Zusammenhang mit der Explosion können Bürger ab sofort auch online abgeben: http://schadensmeldung.currenta.de.

Geruch Die Aufräum- und Bergungsarbeiten im Entsorgungszentrum dauern an. Im Zusammenhang damit kann es immer wieder „zu vorübergehenden Geruchsbelästigungen kommen“, weist Chemparkbetreiber Currenta erneut hin. Etliche Leverkusener hatten auch zum Wochenende noch deutlichen Geruch wahrgenommen und sich in unserer Redaktion gemeldet.

Entsorgung Um die Abfallentsorgung aus dem Chempark fortführen zu können, will Currenta sein Entsorgungsnetzwerk nutzen. Es soll den Ausfall der Leverkusener Verbrennungsanlage kompensieren. Womöglich ähnlich zu Zeiten, in denen die Drehrohröfen in der Revision sind.

Landtag Mittlerweile hat NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser vor Ort im Namen des Landtags der Toten gedacht. Der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz im Landtag trifft sich am Montag, 9. August, zu einer Sondersitzung. Die SPD-Fraktion hatte sie beantragt. Tagesordnungspunkte: „die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen“ und der „Brand in der Müllverbrennung des Chemieparks Leverkusen“. Es werden Berichte der Landesregierung erwartet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leverkusen am Tag nach der Explosion im Chempark

(LH)