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Leverkusen: Chaos durch defekte Ampeln

Leverkusen : Chaos durch defekte Ampeln

Pünktlich zum Unwetter mitsamt Gewitter am Montagnachmittag fielen etliche Ampeln im Stadtgebiet aus. Ob ein Blitzschlag oder veraltete Technik schuld war, ist nicht geklärt. An einer Kreuzung musste die Polizei eingreifen.

Als gegen 18 Uhr am Montagnachmittag ein Gewitter mit Wolkenbruch über Leverkusen niederging, war zentimeterhohes Wasser auf den Straßen und extreme Aquaplaning-Gefahr für die Autofahrer nur eins der Hindernisse, mit denen sie zu kämpfen hatten. Denn kaum sausten die ersten Blitze aus den Wolken, fielen auch die ersten Ampelanlagen aus. Und das wiederum sorgte für teils chaotische Zustände.

Sobald die ausgefallenen Ampeln der Polizei gemeldet werden, informieren die Beamten den Betreiber. "Dafür haben wir hier eine Liste liegen", erklärt Polizei-Sprecher Carsten Möllers. "Die Firmen schicken dann ihre Techniker raus und wir überprüfen nach einer gewissen Zeit, ob die Lichtsignalanlagen wieder funktionieren."

Viermal wurde die Polizei über nicht mehr funktionierende Ampeln informiert. Carsten Möllers: "Um 18 Uhr fielen die Lichtsignalanlagen an der Karl-Ulitzka-Straße/Europaring, dem Willy-Brandt-Ring/A 3-Anschlussstelle Leverkusen und an der Fixheider Straße/Borsigstraße aus. Um 18.30 Uhr kam noch die Bonner Straße in Opladen hinzu." Jedes Mal fuhren Streifenwagen raus, die Beamten wurden aber nur an der Karl-Ulitzka-Straße, Ecke Europaring aktiv, regelten dort eine knappe Dreiviertelstunde den Verkehr.

Man kann auch ,kaputtregeln'

In der Fixheide, wo sich der Verkehr bis auf den Europaring zurückstaute und in der engen Kurve zur Fixheider Straße zu gefährlichen Bremsmanövern führte, meldeten die Polizisten: "Keine Regelung erforderlich." Möllers: "Es ist in der Tat so, dass man solche Situationen auch ,kaputtregeln' und damit für noch mehr Chaos sorgen kann, als wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsschilder halten. Zum anderen macht es in einer solchen Situation Sinn, wenn jeder kritisch überprüft, ob er beispielsweise wirklich links abbiegen will oder es nicht doch besser wäre, erst geradeaus zu fahren und später zu drehen."

Bei den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) war man gestern noch auf der fieberhaften Suche nach den Ursachen für die Ausfälle am Montagnachmittag. Chef Reinhard Gerlich: "Wir hatten eine Rechnerstörung im Zentralrechner, erschwerend hinzu kamen Netzschwankungen. Ob da nun ein Blitz eingeschlagen ist, können wir noch nicht sagen."

Neuanschaffung unvermeidbar

Der Rechner sei aus den 90ern und langsam in die Jahre gekommen. Gerlich: "Eine Neuanschaffung würde Millionen kosten – trotzdem scheint das unvermeidbar." Gestern jedenfalls sei alles wieder einwandfrei gelaufen.

(RP)