Leverkusen: CDU stellt Weihnachtsmarkt ein - und klagt über Auflagen

Leverkusen: CDU stellt Weihnachtsmarkt ein - und klagt über Auflagen

Vor allem der Brandschutz habe den Aufwand für die jährliche Veranstaltung zu hoch geschraubt, sagt der Veranstalter.

Das Silberjubiläum hatte er gerade noch geschafft, doch ab diesem Jahr wird es keinen Witzheldener Weihnachtsmarkt mehr geben. Der vom CDU Ortsverband seit mehr als 26 Jahren organisierte Markt fand traditionell am ersten Adventswochenende in der Grundschule Witzhelden statt. Auf zwei Etagen verteilt gab es handgemachte Weihnachtspyramiden, Holz- und Strickwaren, Gebäck, Liköre und vieles mehr. Aus den Einnahmen der Aussteller sei jedes Jahr eine Spende hervorgegangen, mit der Witzheldener Schulen, Kindergärten und Vereine unterstützt worden seien, berichtet die CDU.

Das ist nun vorbei: "Schweren Herzens müssen wir diese schöne Traditionsveranstaltung aufgeben", kündigte der Vorsitzende der CDU Witzhelden, Bernd Siebertz, gestern in einer Mitteilung an. Die "ständig wachsenden Auflagen der Stadt" hätten die ehrenamtliche Organisation zunehmend aufwendiger gemacht, kritisierte Siebertz: "In den letzten Jahren mussten wir die Brandwache mit vielen Freiwilligen der Feuerwehr selbst organisieren, um einer Gebühr der Stadt von 800 Euro zu entgehen. Der Aufwand steht irgendwann in keinem Verhältnis mehr." Durch Brandschutzbedingungen, die einen Weihnachtsbaum verhindert hätten, sei zudem Charme verloren gegangen.

Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes äußerte gestern sein Bedauern über das Ende der Veranstaltung - wies die Behauptung, die Stadt sei schuld, aber zurück. Die Verschärfungen der Brandschutzauflagen ärgern mich auch", sagte Steffes. Sie seien jedoch nicht von der Stadt gemacht, sondern per Gesetz vorgeschrieben. Viele ehrenamtliche Aktionen litten darunter: "Dennoch ist es möglich, mit gemeinsamen Bemühungen tolle Veranstaltungen auf die Beine zu stellen", betonte er und nannte das Open-Ähr-Festival oder das Scheunenfest der Landjugend. "Leider hat mich niemand aus der CDU Witzhelden angesprochen", sagte der Bürgermeister. In den vergangenen Jahren sei doch immer eine Lösung gefunden worden - warum in diesem Jahr nicht, sei ihm nicht klar.

"Wahrscheinlich hat wohl leider alles seine Zeit", glaubt der stellvertretende Vorsitzende der CDU Witzhelden, Stephan Specht. Es gebe auch immer mehr Parallelveranstaltungen im Umkreis, die miteinander konkurrierten.

In einem Brief hat die CDU die Aussteller bereits persönlich über das Ende der Veranstaltung und die Gründe informiert. Das Ende der Veranstaltungsreihe biete wiederum Platz für Neues, kann Specht sich vorstellen. Vielleicht finde sich irgendwann ja eine Alternative.

(RP)