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CDU gewinnt Landtagswahl in Leverkusen, Grüne legen deutlich zu

Landtagswahl in Leverkusen : Rüdiger Scholz (CDU) gewinnt Direktmandat, Grüne legen deutlich zu

Auf den letzten Metern ist CDU-Direktkandidat Rüdiger Scholz der Wahlsieg durch Ariane Koepke (SPD) nicht mehr zu nehmen gewesen. Bei den Zweitstimmen liegt die CDU vorn, gefolgt von der SPD und von den Grünen, die deutlich zulegen.

Leverkusen folgt dem Landestrend: Hochstimmung bei CDU und Grünen, Enttäuschung bei SPD und FDP. Wahlsieger Rüdiger Scholz (CDU) sprach von einem „guten und fairen Wahlkampf von allen Seiten. Es war ein Landeswahlkampf mit bundespolitischen Zügen.“ Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul hätten sich für die CDU als wichtige Zugpferde erwiesen. Der deutliche Vorsprung der CDU sei ein klarer Regierungsauftrag des Wählers. Für Leverkusen bleibe der Autobahnausbau ein wichtiges Thema. Er sei mit dem Berliner Staatssekretär in der kommenden Woche zu einer Videokonferenz verabredet und werde neben dem Autobahnausbau auch das Thema der Raststättenfrage ansprechen, sagte Scholz. Eine schwarz-grüne Koalition in NRW kann Scholz sich gut vorstellen. „Es gibt viele Themen bei denen man zusammenkommen kann.“ Scholz holte 33,8 Prozent der Erststimmen, die CDU 33,6 Prozent bei den Zweitstimmen.

Bei hochsommerlich warmem Wetter war die Wahl zunächst schleppend angelaufen. Bis zum Nachmittag war landesweit eine noch „mäßige Wahlbeteiligung“ von 56 Prozent gemeldet worden. In Leverkusen lag sie noch darunter, nämlich bei rund 51 Prozent.

 Freude bei den Leverkusener Grünen mit Direktkandidatin Rupy David  im Ratssaal.
Freude bei den Leverkusener Grünen mit Direktkandidatin Rupy David im Ratssaal. Foto: Uwe Miserius
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Im Rathaus hatte die Stadtverwaltung eine öffentliche Präsentation im Ratssaal vorbereitet, der sich anfangs erst langsam füllte. Schon früh betraten die Grünen mit ihrer Direktkandidatin Rupy David den Saal. Nach dem Eintreffen der ersten landesweiten Prognosen hatten sie angesichts hoher Gewinne und dem landesweit bisher besten Ergebnis der Grünen von 18,5 Prozent ersten Grund zum Jubeln. Es kamen dann auch gute Leverkusener Zahlen hinzu. Die Direktkandidatin (Erststimmen: 16,9 Prozent, Zweitstimmen für die Grünen: 18,4) sprach in einer ersten Reaktion von einem „grandiosen Ergebnis. Unser Einsatz hat sich gelohnt.“ Der Wahlkampf sei kräftezehrend gewesen, doch seien die Themen der Grünen gut angenommen worden „Die Debatte war immer sachlich, ich habe viel über Leverkusen gelernt.“ Für die Leverkusenerin ist noch alles offen, auch wenn sie nicht direkt ins Parlament einzieht. „Bei dem guten landesweiten Ergebnis könnte mein Listenplatz 39 ziehen“, sagte Rupy David. „Das hängt unter anderem von den Überhangmandaten ab.“

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Deutlich verhaltener waren die Reaktionen bei der SPD und den zahlreich vertretenen Jusos im Saal. Mit schallendem Applaus wurde aber dann Ariane Koepke (SPD) von ihren Mitstreitern im Ratssaal empfangen. „Der Landestrend ist nicht so wie wir ihn uns ausgerechnet haben“, sagte sie. „Wir haben hart gekämpft. Es war anstrengend in den letzten Wochen.“ Dennoch habe sie viele Themen aus dem Wahlkampf für die Stadtpolitik mitgenommen, betonte die Stadträtin. „In der Stadt gibt es noch viel für uns zu tun.“ Koepke konnte sich 31,8 Prozent der Stimmen sichern, die SPD kam auf 27,6 Prozent.

 Petra Franke, Direktkandidatin der FPD, musste mit den Verlusten der Liberalen klarkommen.
Petra Franke, Direktkandidatin der FPD, musste mit den Verlusten der Liberalen klarkommen. Foto: Uwe Miserius

Enttäuscht vor allem vom Landesergebnis war FDP-Direktkandidatin Petra Franke. „Wir hatten uns mehr versprochen.“ Es sei der FDP nicht gelungen, die Wechselwähler zu gewinnen. Bundespolitische Themen wie die Ukraine, Energiekrise und Preissteigerungen hätten die Landespolitik in den Hintergrund rücken lassen. Das Duell von CDU und SPD um den Ministerpräsidenten hätten viele Wähler spannend gefunden und die FDP Stimmen gekostet. Franke kam auf 5,5 Prozent, dei FDP bei den Zweitstimmen auf 6,2 Prozent.

 Die CDU feierte in ihrer Kreisgeschäftsstelle die ersten Hochrechnungen.
Die CDU feierte in ihrer Kreisgeschäftsstelle die ersten Hochrechnungen. Foto: Uwe Miserius

Rund 1000 Wahlhelfer hatten in Leverkusen am Sonntag assistiert, 700, davon freiwillige Helfer. Noch bis Donnerstag gab es ein „Personalloch“ von rund 100 Helfern, berichtet Stadtsprecherin Britta Meyer. Durch verschärfte Werbung über private Kanäle von Stadtmitarbeitern gelang es schließlich doch noch, die nötige Zahl an Wahlhelfern zusammenzubekommen.