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Campus Bismarckstraße wird ausgebaut

Campus Bismarckstraße : 450 Berufsschüler müssen umziehen

Nach dem Ausbau des Campus Bismarckstraße werden die Standorte neu verteilt: Techniker ziehen nach Opladen, die Fachbereiche Gesundheit und Soziales kommen nach Manfort. 33 Millionen Euro Baukosten werden fällig.

Nach der Entscheidung in der vergangenen Ratssitzung nimmt die lange entwickelte Idee von einem Berufsbildungs-„Campus Bismarckstraße“ politisch Form an. Mehrheitlich wurde das Projekt verabschiedet, dessen Umsetzung nach derzeitiger Schätzung rund 33 Millionen Euro kosten wird.

„Das glaube ich erst, wenn die Bagger anrollen“, reagierten mehrere langjährige Lehrer des Geschwister-Scholl-Berufskollegs (GSBK) auf die Nachricht. Denn inhaltlich wurde das Ganze schon mehrere Jahre vorbereitet. Lange bevor sie selbst 2018 die Schulleitung übernahm, erzählt Margot Ohlms, die eine gewisse Skepsis der Kollegen gut verstehen kann. Wie die verschiedenen Möglichkeiten der Berufsbildung in Leverkusen aus pädagogischer und organisatorischer Sicht sinnvoll zusammengeführt und neu geordnet werden sollten, hat man sich also lange und gut überlegt.

Die Abteilung Technik (mit den Ausbildungsgängen Kfz-Mechantroniker und Elektroniker) sollen demnach von Manfort in das Opladener Berufskolleg an der Stauffenbergstraße umziehen. Das sind derzeit 26 Klassen, die allerdings im Dualen System nur an ein bis zwei Wochentagen in die Schule kommen und an den restlichen im Betrieb ausgebildet werden. Im Gegenzug sollen 17 Klassen aus dem Bereich Gesundheit/Soziales von Opladen an die Bismarckstraße wechseln. Das sind zwar weniger Schüler, dafür aber in Vollzeitklassen mit täglichem Unterricht.

Das GSBK verabschiedet sich damit vom Dualen System und bietet einen Berufsabschluss an, wahlweise in Kombination mit Fachhochschulreife oder Abitur. Mit den eingetauschten Klassen kommen zwei berufliche Gymnasien dazu, erklärt Margot Ohlms.

Am Campus Bismarckstraße gäbe es dann berufliche Gymnasien mit den Ausrichtungen Freizeitsportlehrer, Erzieher und Sozialpädagoge sowie Gesundheit. Nach heutigem Stand würden 450 Schüler den Unterrichtsort tauschen. Mit den Klassen muss dann auch ein großer Teil des Kollegiums wechseln. Das ist für viele der Wermutstropfen bei einer solchen Optimierung der Standorte. „Wir geben die Technik nicht so gerne ab, weil wir die starken Männer verlieren“, erklärt die Schulleiterin. Das Kollegium wird dann auf jeden Fall weiblicher, denn der Frauenanteil ist in der Erziehungs-, Sozial-, und Gesundheitsausbildung deutlich höher. Aber: „Unterricht und Lernen ist unser Produkt, und das wird gewinnen.“

Auch für das benachbarte Städtische Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung wird sich mit dem Umbau zum Campus im denkmalgeschützten Gebäude an der Bismarckstraße manches ändern. Allerdings zum Guten, weil dann an diesem Standort auch die Kaufleute zusammengeführt werden, die jetzt noch an zwei Dependancen unterrichtet werden. Möglich wird das durch Neubauten zwischen den L-förmigen bestehenden Glasgebäuden. Der Teil zwischen beiden Schulen soll für gemeinsame Nutzung bestimmt sein: Mensa und Konferenzräume. Das GSBK bekommt einen Verwaltungsneubau, in dem Sekretariat, Lehrerzimmer und Administration (Stundenplan, Stufenteam…) nebeneinander liegen und nicht mehr wie jetzt über das Gebäude verteilt. Außerdem sollen zwei Turnhallen gebaut werden.

Aber zunächst müssen die Bauarbeiten am Opladener Berufskolleg abgeschlossen sein, damit die Technik aus Manfort umziehen kann. Das sei der teuerste Bildungsgang, erzählt Ohlms, wegen der Ausstattung mit moderner Betriebstechnik und EDV. Der frei gewordene Trakt in Manfort kann erst dann saniert werden.

Gebaut wird also an drei Schulen, was die enorme Summe von 33  Millionen Euro erklärt.