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Leverkusen: BV Wiesdorf kämpft für seine Sportanlage

Leverkusen : BV Wiesdorf kämpft für seine Sportanlage

Der Wirtschaftsplan des städtischen Sportparks sieht vor, dass die Sportanlage Am Stadtpark wegfällt. Das ist die Spielstätte des BV Wiesdorf. Dessen Vorsitzender engagiert sich für die Sanierung. Das sei auch im Sinne der Schulen.

Thomas Faber, Vorsitzender des BV Wiesdorf, ist sauer. Grund: Der Sportplatz, den der Verein vom städtischen Sportpark gemietet hat, wird wahrscheinlich nicht saniert. Im Gegenteil - die Anlage soll eher wegfallen. So steht es im Wirtschaftsplan 2017 des städtischen Sportparks. Für die laufende Spielzeit ist nur eine Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet.

Die Mannschaft könne unter Beibehaltung des Vereinsnamens in den Spiel- und Trainingsbetrieb auf der Anlage Tannenbergstraße des VfL Leverkusen integriert werden. Der VfL habe seine Bereitschaft dazu signalisiert. Der BV Wiesdorf soll auf einer Mitgliederversammlung in diesem Monat seine Bereitschaft dazu geben.

Dessen Vorsitzender Thomas Faber aber mag sich mit der Aufgabe der Anlage nicht zufriedengeben. Seiner Meinung nach müsste die Anlage saniert und mit einem Hybridrasen (Natur- und Kunstrasengemisch) oder Kunstrasen ausgestattet werden. "Wer will denn noch auf Asche so wie bei uns spielen?", fragt Faber. Er habe eine Fachfirma befragt, die Hybridrasen unter anderem in München auf Sportplätzen installiert habe. Kostenpunkt dort: rund 250.000 Euro. "Von dieser Methode will die Stadt aber nichts hören", klagt Faber.

Er bestätigt, dass vom BV Wiesdorf derzeit nur eine Mannschaft spielt. Zudem nutze das Dream-Team von Bayer 04 den Platz. Würde der saniert, "werden wir uns vor Mitgliedern kaum retten können", sagt der Vereinsvorsitzende überzeugt.

Denn retten könne er sich derzeit kaum vor den Anfragen der umliegenden Grund- und weiterführenden Schulen. "Da habe ich jetzt schon eine Anfrage einer Wiesdorfer Grundschule, ob sie nicht bei uns im kommenden Jahr ihre Bundesjugendspiele ausrichten könnten", erzählt Thomas Faber. "Aber was soll ich der Schule sagen? In der Sprunggrube ist der Sand seit Jahren nicht gewechselt worden, etliches ist kaputt."

Von den umliegenden Schulen habe er Unterschriftenlisten für den Erhalt der nahegelegenen Sportanlage, sagt Faber: "Aber für Schulsport ist bei der Stadt offenbar auch kein Geld da."

Der Wegfall des Sportplatzes, sagt dagegen Sportdezernent Marc Adomat, sei auch das Ergebnis der Arbeitsgruppe "Sport im Dialog", die Einsparpotenziale der Unternehmensberatung Ernst&Young im Rahmen des Stärkungspaktes Stadtfinanzen für die Stadt Leverkusen/Optimierungspotenziale des SPL, untersucht habe, berichtet Adomat.

Die Anlage sei in einem "derart desolaten Zustand", dass ohnehin ein ordnungsgemäßer Außensportunterricht kaum zu ermöglichen sei. Aber Adomat sagt auch: "Im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes Wiesdorf (städtischer Sanierungsplan) finden derzeit Überlegungen statt, auch Mittel für eine Sanierung der Sportplatzanlage (Schulsportanlage) in Aussicht zu stellen. Hier bleiben die weitere Willensbildung und letztendlich die politische Entscheidung abzuwarten."

Für die umliegenden Schulen gebe es derzeit eine Bestandsaufnahme der Zeiten auf den fünf funktionstüchtigen Außensportanlagen des Sportparks (Quettingen, Rheindorf, Im Bühl, Bergisch Neukirchen, Birkenberg). Auch der TSV Bayer sei bemüht, etwa Bundesjugendspiele auf seinen Sportanlagen zu ermöglichen, auch wenn die Kurt-Rieß-Anlage für den allgemeinen Schulsport nicht mehr zur Verfügung stünde.

Für BV-Vorsitzenden Faber ist das keine Lösung: "Da fahren die Kinder dann ewig bis zu einem Sportplatz, um dann noch eine halbe Stunde für den Sport zu haben, bevor es wieder zurückgeht. Immerhin sprechen wir hier von 1000 bis 1200 Schülern."

Der Vereinsvorsitzende sagt, der Verein halte den Platz bis zum Auslaufen des Vertrages am 31. Dezember 2017. "Dann schließen wir den kompletten BV Wiesdorf, wenn sich auf der Anlage nichts tut", kündigt Thomas Faber an.

(RP)