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Busspur an der Rennbaumstraße in Leverkusen sorgt für Ärger

Streit um Parkplätze : Busspur an der Rennbaumstraße sorgt für Ärger

Einige Anwohner der Rennbaumstraße sind stinksauer. Sie ärgern sich über die neue Busspur und den gegenüberliegenden Radweg. Durch beide Einrichtungen fielen alle Parkplätze zwischen Kreisverkehr Rennbaumstraße und Elsbachstraße/Brücke Balkantrasse ersatzlos weg.

Die Anlieger fordern, zumindest die Busspur zeitlich zu begrenzen: etwa auf werktags 7 bis 9 Uhr. Zu allen anderen Tageszeiten könne dann geparkt werden, denn es bestehe tagsüber und nachts kein Bedarf an der Bevorzugung der Linienbusse, da die Rennbaumstraße dann staufrei sei. Die Politiker  haben diesen Wunsch mit Mehrheit im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden abgelehnt.

Busspuren sind Teil der Verkehrswende. Die Linienbusse sollen möglichst hindernisfrei und am privaten Fahrzeugverkehr vorbei ihre Runden drehen können. Ziel: Mehr Individualverkehr von der Straße zu holen, um die Abgasbelastung zu senken. Momentan prüft die Stadt das Anlegen von weiteren Busspuren. Im Fokus stehen:

1. Der weitere Verlauf der Rennbaumstraße bis hin zur Burscheider Straße, womit wahrscheinlich ebenfalls, wie auf der unteren Rennbaumstraße, die Parkstreifen wegfallen würden.

2. Die Gustav-Heinemann-Straße: Hier gibt es keine Parkflächen, aber dem privaten Fahrzeugverkehr würde teilweise eine Fahrbahn genommen.

3. Die Rathenaustraße zwischen Busbahnhof und Friedrich-Runge-Straße, parktechnisch weitgehend unproblematisch.

4. Bismarckstraße: Je nach Länge der Busspur könnte es zum Wegfall von Parkflächen kommen.

5. Willy-Brandt-Ring: Betroffen wäre nur der rollende Straßenverkehr.

6. Odenthaler Straße zwischen Leimbacher Berg und Ortseingang Schlebusch

7. Europaring in Küppersteg zwischen Autobahnbrücke und Karl-Ulitzka-Straße: Hier würde mit der Reduzierung der Fahrstreifen zugunsten einer Busspur wahrscheinlich neues Staupotenzial für Privatfahrzeuge geschaffen. Im Rahmen der Mobilitätswende, hin zu mehr Bus und Fahrrad, ist also in Leverkusen einiges in Planung.

Für die Anlieger der Rennbaumstraße hatten nur Markus Pott (OP plus) und Ulrich Freund (FDP) zwei Fürsprecher. „Wenigstens sollte ausprobiert werden, ob ein zeitlich begrenztes Parken im Bereich der Busspur funktioniert“, sagte Pott. Die städtischen Experten lehnen dies rundweg ab, dies sei nicht zu kontrollieren. Zudem: Anwohner hätten keinen Anspruch auf einen Parkplatz im öffentlichen Verkehrsraum. Die Grundstückseigner müssten für Stellflächen sorgen oder welche mieten. Es sei zumutbar, wenn die Anlieger bis zu 1000 Meter zum nächsten Parkplatz laufen müssten. Die Anwohner reagierten empört: „Sollen wir jeden Tag 1000 Meter zu und von unseren Autos laufen, mit allen Einkäufen und bei Wind und Wetter? Und wo dürfen unser Besuch, Verwandtschaft und Freunde demnächst parken?“