Busbahnhof-Bau in Opladen wird teurer

Stadtteilentwicklung : Busbahnhof-Bau in Opladen wird teurer

Die Dächer über den Bussteigen werden deutlich mehr kosten, hat ein privates Planungsbüro ermittelt.

Für den neuen Zentralen Busbahnhof Opladen (ZOB), der ab Ende des Jahres am Bahnhof Opladen gebaut wird, droht eine deutliche Kostensteigerung. Allein für den Bereich „Überdachung und Wartehallen“ steigt die Bausumme um rund 400.000 Euro. Das prognostiziert jedenfalls ein privates Planungsbüro, das im städtischen Auftrag ein Leistungsverzeichnis für das Projekt ausarbeitete, berichten die zuständigen städtischen Technischen Betriebe Leverkusen (TBL). Die neuen detaillierten Vorhersagen sieht die TBL-Leitung als „nicht unrealistisch“ an. Eine Folge der brummenden Baukonjunktur, heißt es in der nichtöffentlichen Mitteilung an die Leverkusener Kommunalpolitiker.

Die Überdachungen mussten europaweit ausgeschrieben werden. Im Februar 2019 hatte der Stadtrat einstimmig nur 1,82 Millionen Euro für Dächer und Wartehallen in Opladen genehmigt. Mit einem Plus von rund 300.000 Euro sind die wahrscheinlichen Kostensteigerungen nur für das Dach des nördlichen Bushaltestellenbereiches besonders hoch. Die drei Dachstücke „von der Stange“ werden hier auf Wunsch von Leverkusen individuell erweitert. Statt rund 435.000 Euro errechneten die Planer deshalb jetzt eine Summe von 737.000 Euro, eine Steigerung von fast 70 Prozent.

Die Kosten für das Dach über dem mittleren Bussteig (67 Meter lang, 11 Meter breit, 4,3 Meter hoch) sollen von 737.000 Euro um rund 90.000 Euro auf dann 826.000 Euro steigen. Alle Dächer werden übrigens laut Ratsbeschluss extensiv begrünt, damit der Busbahnhof von der Bahnhofsbrücke und den umliegenden Häusern aus wie eine grüne Landschaft wirkt. Dabei geht es um rund 1100 Quadratmeter Fläche.

Weitere Überraschungen scheinen nicht ausgeschlossen. Die TBL-Führung formulierte vorsichtig: Die neuen Kosten beinhalteten nur Bauleistungen, „die aktuell in die Ausschreibung aufgenommen worden sind“. Aber: Vorsichtshalber ließen sich die TBL von der Politik noch eine Finanzreserve von 15 Prozent (rund 282.000 Euro) genehmigen, so dass ein Teil der heutigen Kostenerhöhung darüber abgefangen werden könnte. Der Dachbau wird mit einer Million Euro bezuschusst.

Bemerkenswert: Der Beschluss zum Opladener Busbahnhof im Februar beinhaltete schon Reduzierungen, weil die zunächst eingeplanten Baukosten den städtischen Verantwortlichen dann doch zu hoch ausfielen.

Was die Unternehmen im Ausschreibungsverfahren tatsächlich für das Dachprojekt verlangen, erfährt die Leverkusener Politik Anfang Juni: Dann soll die Bauvergabe erfolgen. Ab November ist der Dachaufbau terminiert, der Bau der Fahrbahnen ist schon ab Juni vorgesehen. Die Eröffnung des neuen Opladener Busbahnhofes, der dann 50 Jahre halten soll, wird laut derzeitigem Planungsstand im September 2020 erfolgen. Danach ist der Bau des „Bahnhofsquartiers“ durch private Investoren auf dem Areal des jetzigen Busbahnhofes geplant.

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