Bundesverkehrsminister hat noch nicht zu A1-Tunnel entschieden

Gespräch mit Bundesverkehrsminister : Lauterbach: „Zum A 1-Tunnel ist noch alles offen“

Der Bundesverkehrsminister hat noch nichts zum A 1-Tunnel entschieden. Dies erfuhr am Donnerstag Leverkusens Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach (SPD) quasi aus erster Hand, nämlich von Andreas Scheuer (CSU) selbst.

Mit ihm traf sich Lauterbach, um das Thema Autobahn-Umbau in Leverkusen von A bis Z durchzudeklinieren. Eine Stunde hatte der Abgeordnete dazu am Mittag Zeit. „Es war ein atmosphärisch wie inhaltlich gutes Gespräch, wir sind sehr in die Tiefe gegangen“, erzählte der Sozialdemokrat am Nachmittag.

Und der Gesundheitsexperte der SPD hat vor allem über die „langen Tunnel für die A 1 und die A 3“ gesprochen, hat Minister Scheuer nochmal die Feinstaubbelastung verdeutlicht, die durch mindestens einen langen Tunnel für die Stadt deutlich gemildert werde. Lauterbachs Eindruck: „Der Minister war für das Thema Reduzierung der Feinstaubbelastung sehr offen.“

Der SPD-Politiker hat Scheuer unter anderem dargelegt, dass auch die Prüfung eines langen A1-Tunnels unbedingt sinnvoll sei – „wegen der Reduzierung der Gesundheitsbelastung, aber auch wegen des Kosten-Nutzen-Verhältnisses“, berichtete der SPD-Mann aus Berlin. Denn nach Lauterbach würde der Bau eines sechs Kilometer langen Tunnels auf der A 1 im Stadtgebiet und bis nach Köln-Merkenich rund 800 Millionen Euro kosten. Ein kurzer Tunnel „mit nur 800 Metern echter Tunnellage soll 600 Millionen Euro kosten. Das heißt: Ein sechsmal so langer Tunnel würde nur 25 Prozent mehr kosten“, rechnete der Abgeordnete vor. Er hat Scheuer nahegelegt, auch die Kombi-Lösung (langer Tunnel, kleinere Brücke) für die A 1 prüfen zu lassen. Dies sei bisher nämlich noch nicht geschehen. „Ich habe bei Minister Scheuer auch die Bürgerinitiativen in Leverkusen gelobt, solch ein Engagement ist außergewöhnlich. Deshalb ist es den Initiativen auch nicht zu vermitteln, warum die lange Tunnelvariante noch nicht mal geprüft wird.“

Auch zu einem langen Tunnel auf der A 3 auf Leverkusener Stadtgebiet hat Lauterbach mit Andreas Scheuer gesprochen, ihm erläutert, dass dadurch die Feinstaubbelastung von 100.000 Fahrzeugen aus der Stadt genommen werden könnte.

Konkrete Zusagen zu Ausbau-Varianten für die A 1 oder die A 3 hat es von Scheuer im Gespräch nicht gegeben. Aber: Der Minister habe zugesagt, er wolle den Infostand in seinem Ministerium zur Kombi-Lösung prüfen lassen. Sobald dies geschehen ist – und nach Lauterbach müsse dies möglichst schnell geschehen, denn die Zeit werde knapp –, wollen sich Lauterbach und Scheuer noch einmal treffen.

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