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Bundesverdienstkreuz für Leverkusener Hans Klose

Bundesverdienstkreuz für Leverkusener Hans Klose : Ausgezeichneter Streiter für Gerechtigkeit

Hans Klose sitzt seit 50 Jahren für die SPD im Stadtrat. Und zwar ununterbrochen. Aber nicht nur dafür bekam der Leverkusener jetzt das Bundesverdienstkreuz in Schloss Morsbroich überreicht.

Wenn es um Politik vor seiner Haustür geht, hat Hans Klose das, was man einen langen Atem nennt: Er sitzt seit gut 50 Jahren im Stadtrat. Und wurde vor zwei Wochen erneut in den Rat gewählt. Das aber war nicht der eigentliche Grund warum der 1942 in Sarajewo geborene Sozialdemokrat sich am Freitagvormittag in feinem Zwirn auf den Weg zum Schloss gemacht hat, die 50 Jahre im Stadtrat hat er Ende 2019 schon gefeiert. Aber irgendwie auch doch. Denn: Das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, das Klose im Schloss aus den Händen von Stadtchef Uwe Richrath entgegennahm, ist auch mit seinem ehrenamtlichen Einsatz im Rat verbunden.

Verliehen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Auszeichnung schon am 29. Mai. „Er übermittelt heute seine Glückwünsche und bittet mich, auch die Glückwünsche von Ministerpräsident Armin Laschet sowie Regierungspräsidentin Gisela Walsken auszurichten“, merkte Richrath als Überbringer der Ehrung an. „Wir richten diese Ordensübergabe hier im Spiegelsaal des Schlosses Morsbroich aus, also in unserem feierlichsten Ambiente. Damit will die Stadt Leverkusen ihre große Wertschätzung deines ehrenamtlichen Engagements zum Ausdruck bringen“, ergänzte der Oberbürgermeister. Und legte nach Worten Zahlen auf den Tisch. So hat Hans Klose mindestens 300 Ratssitzungen mit durchschnittlich fünf Stunden Dauer – „also insgesamt mindestens 1500 Stunden Ratsdiskussionen“ – seit 1969 miterlebt und mitunter wortkräftig mitgestaltet. „Dazu kommt die Vorbereitungszeit, das Lesen der Vorlagen, die Sitzungen der Ausschüsse, die Sondersitzungen, die Fraktionssitzungen und so weiter und so fort“, führte Kloses Parteigenosse aus.

Zweimal Bürgermeister mit vielen Repräsentationsterminen war Klose überdies, dazu arbeitete er und arbeitet in der Landschaftsversammlung Rheinland, der Europa-Union und im Kunstverein Museum Morsbroich mit. Und zwischen all dem, seinem Beruf als Lehrer und seiner Familie hat Hans Klose noch eine zeitliche Lücke entdeckt: Die füllte er ab 1983 als Vorsitzender des Mietervereins. Zeitungen zitierten ihn mit seinem Ziel damals so: „Diese Messerstechereien im Verein müssen aufhören.“ Vorausgegangen waren ein Machtkampf zwischen Geschäftsstelle und Verein, „der erst mit der Kandidatur und Wahl Kloses beendet wurde“, berichtete Richrath. Und Klose blieb seiner Aufgabe treu: Bis 2009 war er erster Vorsitzender des „Mietervereins Leverkusen“, mittlerweile ist der 78-Jährige Ehrenvorsitzender. „Ihm ist es gelungen, die Gründung eines vereinigten Landesverbandes in Nordrhein-Westfalen zu initiieren, er war von 2000 bis 2007 dessen Vorsitzender und von 2007 bis 2011 auf Bundesebene im Präsidium des ,Deutschen Mieterbundes’ tätig“, fasste Richrath zusammen. Und drückte es von SPD-Mann zu SPD-Mann so aus: „Lieber Hans, in bester sozialdemokratischer Manier hast du dich dein Leben lang für Gerechtigkeit eingesetzt – und das sehr hartnäckig und erfolgreich.“