1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Bundestagswahl 2021 in Leverkusen: Erste Prognosen veröffentlicht

Bundestagswahl aktuell : SPD und Lauterbach liegen in Leverkusen klar vorn

Karl Lauterbach (SPD) hat sein Mandat als Bundestagsabgeordneter mit klarem Abstand vor Serap Güler (CDU) behauptet. Bei den Zweistimmen verweist die SPD in Leverkusen die CDU auf Platz zwei vor den Grünen. Die Stadt darf auf insgesamt drei Abgeordnete hoffen.

Applaus brandet auf, als Wahlsieger Karl Lauterbach gegen 21 Uhr das Forum betritt. Er habe ein gutes Ergebnis erwartet, sagte Lauterbach. Die Unterstützung an den Wahlständen sei für ihn spürbar gewesen. Den Zuspruch für die Corona-Politik habe er stellvertretend für die Bundesregierung entgegengenommen und an Olaf Scholz und Angela Merkel persönlich weitergegeben. Allerdings wäre sein Straßenwahlkampf ohne Personenschutz nicht möglich gewesen. Lauterbach glaubt an eine Ampelkoalition unter Führung der SPD. „Das würde eine moderne Koalition.“ Und: „Es wäre schwer zu argumentieren, wenn Armin Laschet als Wahlverlierer Bundeskanzler würde.“ Einem Ministeramt in den Ressorts Gesundheit oder Forschung würde er sich nicht verschließen.

 Nyke Slawik (Grüne) zieht über die Landesliste in den Bundestag ein.
Nyke Slawik (Grüne) zieht über die Landesliste in den Bundestag ein. Foto: Uwe Miserius

Um 18 Uhr schlossen die Wahllokale. Zuvor hatten die 114.641 wahlberechtigten Leverkusener an 108 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben. Mehr als jeder Dritte hatte sich für die Briefwahl entschieden. Vier der 108 Wahllokale sind wegen Schäden durch das Hochwasser nicht nutzbar. Für sie war Ersatz angeboten worden.

 Britta Meyer und Arthur Hovath moderierten den Abend.
Britta Meyer und Arthur Hovath moderierten den Abend. Foto: Uwe Miserius
  • In Nordrhein-Westfalen sind 12,9 Millionen Menschen
    Grüne mit höchstem Frauenanteil : NRW wählt 106 Männer und 49 Frauen in den Bundestag
  • Bis 16 Uhr am Sonntagnachmittag ist
    Bundestagswahl 2021 : In NRW zeichnet sich ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie 2017 ab
  • Michael Adamzik gab seine Stimme im
    Reaktionen nach der Bundestagswahl aus Voerde und Hünxe : SPD zufrieden, Ernüchterung bei der CDU

Im Forum hatte die Stadt zu einer Wahlpräsentation eingeladen. Gegen 18 Uhr hatten sich etwa 50 Zuschauer, Journalisten und Kamerateams eingefunden, – sowie Leverkusener Direktkandidaten zunächst der Grünen, der FDP und der kleineren Parteien. Britta Meyer, die neue städtische Pressechefin, und Arthur Horvath moderierten den Abend.

Nyke Slawik, Direktkandidatin der Grünen, erläuterte ihre Gründe für eine Kandidatur. „Ich hatte das Gefühl, dass die Interessen jungen Menschen zu wenig repräsentiert waren.“ Nach ersten Ergebnissen, nach denen die Grünen bundesweit bei rund 15 Prozent lagen, ging Slawik davon aus, dass ihr NRW-Listenplatz 11 sie sicher in den Bundestag nach Berlin bringt. Sie wäre die erste Transfrau im Berliner Parlament. „Wir haben etwas mehr erwartet, aber das ist für uns das historisch beste Ergebnis“, sagte Slawik. An den Grünen werde nun kein Weg vorbeiführen.

 Leverkusener Sozialdemokraten bejubeln den Wahlsieg ihrer Partei deutschlandweit und in Leverkusen.
Leverkusener Sozialdemokraten bejubeln den Wahlsieg ihrer Partei deutschlandweit und in Leverkusen. Foto: RP/Uwe Miserius

Nach einer ersten bundesweiten Prognose, bei der die FDP bei elf Prozent lag, sprach Conny Besser (FDP) vorsichtig von einem „guten Ergebnis“. „Das gibt uns viele Möglichkeiten für die kommenden Jahre.“

„Ich bin zufrieden, wenn ich auf 100 Stimmen komme“, sagte die Einzelbewerberin Jacqueline Blum (Klimaliste).

„Wir sind stolz, der Wahlkampf hat sich gelohnt“, kommentierte die SPD-Fraktionschefin im Stadtrat, Milanie Kreutz, das gute Abschneiden ihrer Partei in der Chemiestadt. „Das gibt uns Aufschwung in Leverkusen, wir haben bereits viele neue junge Mitglieder.“ Es sei ein klares Ergebnis. Doch stehe die SPD nun vor schweren Koalitionsverhandlungen. „Für mich ist nur die Ampel möglich.“

„Zufrieden können wir nicht sein“, sagte CDU-Fraktionschef Stefan Hebbel, „auch wenn es in den letzten Wochen noch eine Aufholjagd gab.“ Als Volkspartei müsse die CDU das Ergebnis nun hinterfregen und aufarbeiten. Mit Koalitions-Optionen in Berlin könne es nach dem vorläufigen Ergebnis schwierig werden.

Die Direktkandidatin der CDU, Serap Güler, hatte sich nach der Schließung der Wahllokale mit dem Zug auf den Weg nach Berlin gemacht, wo sie als Mitglied des Bundesvorstand der CDU erwartet wurde. Zuvor hatte sie bei Facebook folgenden Post abgesendet: „Über 4000 Haushalte besucht, rund 150.000 Briefe und Flyer verteilt, zig Wahlkampfstände, mehrere Veranstaltungen und Termine organisiert, Früh- und Spätcanvassings durchgeführt sowie bis vor wenigen Stunden noch im Einsatz gewesen und 3000 Brötchen für heute Morgen gepackt und verteilt - mein Team und ich haben alles, was möglich war, gegeben.“ Ob ihr Platz 8 auf der NRW-Landesliste der CDU für einen Einzug auf diesem Weg ins Berliner Parlament reichen wird, war am Abend noch nicht absehbar. Es hängt auch von der bundesweiten Verteilung der Direktmandate für die CDU ab.