1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Büttenredner Willibert Pauls stellt in Opladen sein Buch vor

Buchvorstellung in Opladen : Willibert Pauels und die Länge der Arche

Der Büttenredner hat sich in seinem neuen Buch mit dem Thema Glauben befasst und damit, wie eigentlich die Geschichten in der Bibel zu lesen sind.

Der Kabarettist, Karnevalist und überzeugte Katholik Willibert Pauels besuchte seine Kolpinggeschwister in Opladen und brachte sein aktuelles Buch „Lachen, Leiden, Lust am Leben – Die befreiende Kraft der Religion“ mit. In einem einstündigen Monolog erzählte der Wipperfürther kurzweilig, amüsant und durchaus tiefgründig, warum ein Perspektivwechsel im Leben wichtig, und warum der Glaube dabei für ihn so unverzichtbar ist.

Vorweg: Willibert Pauels, mit und ohne Pappnase, ist ein großartiger Erzähler und entsprechend auch ein begnadeter Prediger. Ob von der Bütt auf der Bühne oder der Kanzel in der Kirche aus, der 64-Jährige fängt seine Zuhörer schnell ein, leitet und begleitet sie durch seine ausgesprochenen Gedankengänge gespickt mit kurzen Witzen zu Erkenntnissen, die trotz allgemeiner Zweifel und Unwissenheit, Hoffnung und Trost spenden.

Ist es geisteskrank, an einen Gott zu glauben, wenn die Wissenschaft eine Schöpfergeschichte widerlegt? Wenn allein der physikalischen Gesetze nach vieles aus der Bibel schlicht weg nicht stimmen kann? Damit zumindest konfrontierte ihn einst ein belesener Atheist, und Pauels stellte sich den Fragen und einem Gedankenexperiment, mit denen er in seinem aktuellen Buch einsteigt.

In der Tat, gibt Pauels darin zu, wäre es töricht, die Geschichten der Bibel wortwörtlich zu nehmen. „Entweder nimmt man sie wortwörtlich oder ernst, beides geht nicht.“ Eine Arche Noah, in der ein Paar jeder Tierart Platz fände, um ihren Fortbestand nach der Sintflut zu sichern, das hätten Wissenschaftler ausgerechnet, wäre mehrere Kilometer lang gewesen. „So viel Holz muss man erstmal zusammentragen“, sagte Pauels. Die rund 50 Anwesenden im Kolpinghaus schmunzelten. Die Geschichten in der Bibel, führte er aus, könnten wie schöne Märchen betrachtet werden, in der die Wahrheit, wie die wertvolle Frucht in einem Acker oder die Perle in einer Muschel am Meeresgrund, verborgen liegt. „Man muss darin graben und wühlen, um den Schatz zu heben.“

Diesen Perspektivwechsel, vom oberflächlich, offensichtlichen in die Meta-Ebene, praktizierte Pauels mittels des Märchens der Bremer Stadtmusikanten: Vier nicht mehr leistungsfähige Nutztiere werden von ihren Besitzern ausgemustert. Statt sich dem Tod zu stellen, ziehen sie raus in die Welt, schaffen es gemeinsam eine Räuberbande zu vertreiben. „Es ist eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und Solidarität und darüber, dass man nie zu alt und gebrechlich ist, um neugierig zu sein“, erläuterte Pauels. „Die Räuber, die sie vertrieben, stehen für ihre eigene Trostlosigkeit, die sie durch ihren Perspektivwechsel besiegten.“