Bürriger feiern Sommerkarneval

Kirmes im Stadtteil : So jeck feiert Bürrig den Sommer

Der farbenprächtige Umzug des Vereins Fidelio und seiner Gäste war erneut der Höhepunkt der Kirmestage in Bürrig. Annison ist Hahnenkaiser.

Bunt, laut und lustig, einfach nur jeck im Sunnesching. So lässt sich kurz und knapp die verrückte Party beschreiben, die am Sonntag in Bürrig abging und den Stadtteil in eine Art närrisches Märchenland verwandelte. Überall sah man nur lachende Gesichter. Besonders oft bei den Mitwirkenden, die sich in den 48. Festzug eingereiht hatten, zu dem der Junggesellenverein JGK Fidelio Bürrig traditionell am letzten Wochenende im August eingeladen hatte. Die bunte Parade war zugleich den Höhe- und Schlusspunkt der Bürriger Kirmes.

Angeführt von der Fidelio Jugend mit Zachäus und Maikönigin Leia Artz folgten rund 800 Teilnehmer in 35 Gruppen, darunter Vertreter von etlichen befreundeten Vereinen, die zusammen mit Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr, von Kindergärten, Sport- oder Karnvalsvereinen einen bunten Strauß voller Lebensfreunde banden.

Michael Annison ist der neue Hahnenkaiser. . Foto: Miserius, Uwe (umi)

Der originellste Beitrag kam vom „Bürriger Westen“, einem Zusammenschluss von 30 Familien und Freunden. Im zehnten Jahr ihrer Teilnahme gratulierten sie den Gastgebern zum 90. Vereinsbestehen mit einem „Dinner for Fidelio“ in Anlehnung an das gleichnamige Lustspiel „Dinner for One“. Auch der obligatorische Tiger vor dem Tisch fehlte nicht, an den sich Ari Artz als „Miss Sophie“ gesetzt hatte. Die Schützen wirkten als Bienen mit unter der Überschrift „Kaiserin Andrea und ihr Bienen(Schützen)Staat, stehen zum Kirmesumzug wieder parat.“ Ein buntes Bild boten die 22 „Bürriger Hexen“, die sich zum 15. Mal mit Vertretern aus drei Generationen eingereiht hatten. „Unsere Besen sind in Reparatur, deshalb mussten wir andere Fluggeräte benutzen“, erklärte Vorsitzende Petra Beck lachend. Alternativ hatten sie sich für „Heißluftballons“ entschieden. Es waren Wasserballons, die sie an Gestelle aus Hula-Hoop-Reifen befestigt und mit Sackleinen bespannt hatten. Mit Gurten über den Schultern ließen sich die Gerüste bequem tragen.

Ist denn schon Silvester? Der „Bürriger Westen“ präsentierte das „Diner for one“ auf seinem Wagen. Auf diese originelle Weise gratulierte die Gruppe dem Verein Fidelio zum 90. Geburtstag. . Foto: Miserius, Uwe (umi)

Zum ersten Mal waren mehr als 60 Vertreter des Unternehmernetzwerks Leverkusen mit von der Partie. Natascha Schmitz, Jungunternehmerin aus Bürrig, hatte die Kollegen zur Teilnahme animiert. Susanne Trösser beschrieb freudig: „Wir waren vorher schon ganz gespannt und haben das Wurfmaterial einen ganzen Nachmittag und Abend gepackt. Jetzt haben wir hier alle total viel Spaß.“ Fast zum Schluss reihte sich Ex-Hahnenkaiser Peter Odenthal mit Ehefrau Hildegard ein und ließ sich in einen Mercedes Cabrio 170 S des Baujahres 1970 durch die mit blau-weißen Fahnen geschmückten Straßen fahren. Nicht ohne sich zuvor bei den Teilnehmern für ihren Besuch bedankt zu haben.

Obwohl während des Umzugs ein deutlicher Hauch von Freude und Frohsinn durch den Ort wehte, ist in Bürrig die Bezeichnung „Sommerkarneval“ verpönt. Nicht nur, weil der Bund Deutscher Karneval (BDK) festgelegt hat, dass Inhalt und Rahmen von Karneval nicht beliebig austauschbar sind. Sondern auch, weil der Umzug seit mehr als 40 Jahren durch Bürrig zog, bis irgendjemand dann meinte, dass es mit Verkleidung noch viel lustiger sein könnte. Inzwischen sind die bunten Kostüme, die geschmückten Wagen sowie die Kamelle und Strüßjer werfenden Akteure aus dem Geschehen nicht mehr wegzudenken.

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