Bürgerstreit um Planung am Rheindorfer Platz in Leverkusen

Stadtteilplanung : Bürgerstreit um Rheindorfer Platz geht weiter

Der Streit um Parkplätze im Einkaufszentrum nimmt weiter Fahrt auf, doch deutet sich ein Kompromiss an.

Der Rheindorfer Platz soll grüner und ansehnlicher werden, doch dafür fallen Parkplätze weg. Gegen diese Pläne der Bezirksvertretung wenden sich die in der Interessen- und Fördergemeinschaft Rheindorf (IFG) organisierten Händler und Dienstleister.

Die seit zwei Jahren geplante Umgestaltung des Platzes nimmt nach einem neuerlichen Beschluss der Bezirksvertretung  nun konkrete Formen an. Nach einem Entwurf des Düsseldorfer Landschaftsarchitekten Wündrich sollen drei Grüninseln in Form von Hochbeeten und eine steinerne Sitzgruppe zu einem attraktiven Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität machen. Der Haken an dem Entwurf: Von den bisher bestehenden 16 Parkplätzen sollen nur sechs bleiben, davon zwei Taxiplätze und ein Behinderten-Parkplatz.

Das hat die örtliche Interessen- und Fördergemeinschaft auf den Plan gerufen. Sie fürchtet: Fallen die Parkplätze weg, verliert das Einkaufszentrum deutlich an Attraktivität. Der IFG-Vorsitzende Dr. Klaus Schäfer formuliert das so: „Noch haben wir ein funktionierendes Nebenzentrum, das nicht nur Kunden aus Rheindorf, sondern auch aus Bürrig und Hitdorf anzieht. Wenn die Kunden aber nicht mehr hier parken können, fahren sie weiter.“ Die 16 Parkplätze mit Parkscheibenregelung (eine Stunde) würden täglich wechselweise von rund 300 Kunden angefahren.

Das Areal an der Ecke von Wupperstraße und Felderstraße befindet sich unmittelbar neben dem großen Neubau der Wohnungsbaugesellschaft Leverkusen mit dem Edeka-Supermarkt und vor dem großen Gebäude der Sparkassen-Filiale. Zudem gibt es dort zahlreiche Arztpraxen. Kunden der beiden in der unmittelbaren Nähe gelegenen Apotheken, Bäcker, Friseure und des Fahrradgeschäfts nutzen die Parkplätze ebenfalls. Gegenwind zu den Plänen der Bezirksregierung kommt insbesondere auch von der Sparkasse, die nach der Schließung ihrer Filiale in Rheindorf-Nord erhöhten Kundenverkehr hat, und der Physiotherapie-Praxis, die wegen ihrer  gehbehinderten Patienten besonders auf  Parkplätze in direkter Nähe angewiesen ist.

Stefan Laudage von der Interessengemeinschaft, der den Edeka-Markt betreibt, bemängelt vor allem auch den Umgang der politischen Entscheidungsträger mit den betroffenen Anliegern. „Uns ist klar, dass der Platz angefasst werden muss und dass Parkplätze wegfallen, doch sollten die Bürger mitgenommen und in die Planung einbezogen werden.“ Inzwischen hat die IFG 2500 Unterschriften für den Erhalt der Parkpläte gesammelt.

Bezirksvertreter Andreas Eckloff  (CDU) hingegen betont, dass die Planung des neuen Rheindorfer Platzes von Anfang an dem Prinzip der Bürgerbeteiligung gefolgt sei. Die Planung sei von einem Antrag des Rheindorfers Bernd Ruhnau ausgegangen. Auch mit Vertretern der IGF habe er gesprochen und sie aufgefordert, sich an den Planungen zu beteiligen.  Nach zwei Mehrheitsbeschlüssen der Bezirksvertretung,  der letzte erfolgte Mitte November,  hätten sich die Planungen auf den Wündrich-Entwurf konkretisiert.

Ein Kompromiss deutet sich jetzt aber an. Die IFG bemängelt, dass immer nur der eine Wündrich-Entwurf zur Diskussion gestanden habe, obwohl es vier weitere gegeben habe. Diese Entwürfe seien nun kürzlich durch ein Schreiben von Oberbürgermeister Uwe Richrath an Ratsmitglieder und Bezirksverteter öffentlich geworden. Mit der „Variante 3“ der fünf Wündrich-Entwürfe könnte sich die IFG anfreunden. Sie sieht sechs frei verfügbare Parkplätze sowie zwei Taxi-Plätze und einen Stellplätze für Behinderte vor.

„Ich bin bestrebt, für die wegfallenden Parkplätze auf dem Platz adäquaten Ersatz im nahen Umfeld zu schaffen“, schreibt Richrath in dem Verwaltungsbrief. Er wohnt selbst in Rheindorf und kennt die Örtlichkeiten gut. An einer von der Stadtverwaltung für Mitte März anberaumten Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung will Richrath persönlich teilnehmen.  Auch Eckloff signalisiert Kompromissbereitschaft. „Wir wollen versuchen, so viele Parkplätze wie möglich zu erhalten.“ Zugleich  stellt der CDU-Politiker aber klar, dass der von der Bezirksvertretung vorgeschlagene Wündrich-Entwurf Grundlage der Diskussion bleibt. Zusätzliche Parkplätze müssten also als Ausgleich im nahen Umfeld des Platzes  gefunden  werden.

„Der Wündrich-Entwurf ist nur ein Vorschlag“, betont Bezirksvorsteherin Regina Sidiropulos. „Wer Wünsche hat, soll sie an dem Abend der Bürgerbeteiligung vortragen.“  Die Vorschläge würden gesammelt und anschließend von der Verwaltung zu einem neuen Entwurf verarbeitet, über den die Bezirksvertretung dann abschließend entscheidet.                            

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