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Leverkusen: Bürgerin kritisiert Baumfällen der Stadt

Leverkusen : Bürgerin kritisiert Baumfällen der Stadt

Eine Baumschützerin ist überzeugt, dass eine Akazie in Schlebusch unnötig gefällt wurde. Die Stadt widerspricht.

Martina Frimmersdorf liegen Bäume am Herzen. Deshalb kann sie es nicht nachvollziehen, dass eine ihrer Meinung nach intakte Akazie an der Kandinskystraße im vergangenen Herbst erst gefällt wurde und nun auch noch neue Triebe, die sich im verbliebenen Stumpf gebildet hatten, beseitigt wurden. Sie glaubt, dass die Stadt die Triebe absichtlich entweder mit einem möglicherweise glyphosathaltigen Mittel gespritzt oder mit heißem Dampf oder heißem Wasser abgetötet hat. "Auf jeden Fall sind die saftiggrünen Triebe von außen" manipuliert worden", ist die Leverkusenerin überzeugt. "Aber warum?"

Die Stadtverwaltung dementiert. Der Baum sei gefällt worden, weil seine Vitalität in den letzten Jahren immer stärker abgenommen habe. "Die Krone war von zahlreichen absterbenden Ästen und Kronenteilen geprägt", erklärt Stadtsprecherin Heike Fritsch. "Man nennt dieses Phänomen Wipfeldürre. Eine Wipfeldürre ist das oberirdische Anzeichen absterbender Wurzeln." Der Baum werde nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und stoße in einer Schutzreaktion Äste und ganze Kronenteile ab, die nicht mehr versorgt werden. "Baum-stümpfe gefällter Bäume treiben bei vielen Baumarten normalerweise noch einmal aus, da auch ein geschädigtes Wurzelwerk noch Wasser und Nährstoffe aufnimmt und nach oben treibt." Oft würden diese Triebe aber nach einiger Zeit zumindest zum Teil wieder absterben. "Das ist eine normale Reaktion. Abgetötet wurden diese Triebe selbstverständlich nicht", versichert Fritsch.

 Die Rundbank an der Kandinskystraße steht jetzt nicht mehr unter einer lauschigen Akazie, sondern um einen Baumstumpf.
Die Rundbank an der Kandinskystraße steht jetzt nicht mehr unter einer lauschigen Akazie, sondern um einen Baumstumpf. Foto: Martina Frimmersdorf
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Die Akazie war mit einer Rundbank umgeben, die sich dort immer noch befindet. Sie soll auch bleiben, erklärt Fritsch. "Der Baumstumpf wird ausgefräst, sobald ein neuer Baum an dieser Stelle gepflanzt wird. Das wird noch in diesem Winter der Fall sein." Der Boden werde dazu ausgetauscht und durch ein Baumsubstrat ersetzt. "Denn die Experten vom Fachbereich Stadtgrün vermuten, dass eine Bodenverdichtung die Ursache für das Absterben des Baumes war." Die Bank werde vor der Pflanzung ab- und danach wieder aufgebaut.

Um das städtische Vorgehen nachvollziehen zu können, hatte Martina Frimmersdorf um Akteneinsicht gebeten. Die Stadt hatte ihr jedoch mitgeteilt, dass dafür laut Informationsfreiheitsgesetz Gebühren in Rechnung gestellt würden, die von der Zeit und dem Aufwand der Einsichtnahme abhingen. Eine Antwort, die die Leverkusenerin als Drohung auffasst: "Der Brief entfaltet genau die Wirkung, die wohl beabsichtigt war: Er schüchtert ein, schreckt ab, versucht, mich ,auf Abstand' zu halten", teilt sie auch der Stadt mit.

Auch dies dementiert die Verwaltung. Das Vorgehen sei bei Anträgen zur Akteneinsichtnahme durch Bürger üblich und entspreche dem Informationsfreiheitsgesetz von NRW. "Je nach Aufwand beginnen die Gebühren bei circa zehn Euro, es können aber auch bis zu 500 Euro anfallen", erklärt Fritsch. "Für eine gute Stunde Akteneinsicht würden in diesem Fall etwa 50 Euro berechnet." Nur für Politiker sei eine Akteneinsicht gemäß Paragraf 55 der NRW-Gemeindeordnung kostenlos.

(sug)