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Bürgerin fordert Moratorium für Autobahnausbau in Leverkusen

A 1 und A 3 bei Leverkusen : Bürgerin fordert Moratorium für Autobahnausbau

Die Politik diskutiert derzeit den Antrag. Der Stadtrat entscheidet im Dezember. Ziel soll es sein, den Ausbaugegner mehr Zeit zum Handeln zu verschaffen.

Leidenschaftlich trug eine Vertreterin der „Parents for Future“-Bewegung und des Bündnis Verkehrsinitiativen jüngst ihr Anliegen den Mitgliedern der Bezirksvertretung II vor. Darin bittet sie die Lokalpolitiker um die Befürwortung eines Moratoriums für den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen. Das würde der Stadt etwas Zeit im Kampf gegen den geplanten Autobahnausbau geben.

„Wir fordern den sofortigen Baustopp für alle Autobahnen und Bundesstraßen“, betonte die Frau. „Es kann nicht sein, dass wir den unzeitgemäßen Verkehrswegeplan abarbeiten müssen.“ Ihre Erfahrungen zeigten, dass eine immer breiter werdende Ablehnung in der Bevölkerung entstehe. Das habe eine kürzlich erfolgte Unterschriftenaktion gezeigt.

Schon heute zögen demnach Menschen aus der Stadt weg, weil sie sich um ihre Gesundheit und die Sicherheit ihrer Immobilie sorgten. „Die Leute haben Angst vor Enteignungen“, bekräftigte die Rednerin. „Je gemütlicher wir es uns jetzt machen, desto mehr sind unsere Kinder und Enkel betroffen.“ Das Moratorium habe nur ideellen Wert, könne wenngleich den Stadtspitzen der anliegenden Orte aber genug Zeit verschaffen, sich weiterhin gegen die ungeliebten Ausbaupläne zur Wehr zu setzen.

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Die Stadtverwaltung schreibt dazu in einer Stellungnahme, dass ein solcher Schritt zwar für die Rheinbrücke keinen Sinn mehr habe, sie die Durchführung für die Abschnitte 2 (Ausbau der A 1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen) und 3 (Ausbau der A 3 zwischen den Anschlussstellen Leverkusen-Zentrum und -Opladen) jedoch ausdrücklich empfehle. Denn im Gegensatz zur Brücke seien die beiden Bauabschnitte noch nicht im Bundesverkehrswegeplan planfestgestellt.

Die Bürgerin erhielt für ihren Antrag auch Rückendeckung aus der Politik in der Sitzung der Bezirksvertretung II. Benedikt Rees von der Klimaliste lobte den Wortbeitrag und Bürgerantrag als „zukunftsgewandt“. Und auch Dirk Danlowski (Grüne) stimmte den Ausführungen der Vertreterin zu. Er bemerkte auch: „Nur gemeinsam können wir es schaffen. So haben wir es damals beschlossen.“ Damit stichelte er gegen Klima- und Bürgerliste, die durch ihre „kleinteiligen Anträge“ den Prozess verlangsamten. Die beiden Parteien wüssten „immer alles besser“ und scherten damit aus.

Über den Bürgerantrag entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am 13. Dezember.