Leverkusen: Bürger erheben schwere Vorwürfe gegen Tankstelle in Rheindorf

Leverkusen : Bürger erheben schwere Vorwürfe gegen Tankstelle in Rheindorf

Eine friedliche Lösung zwischen Anwohnern der Siedlung Am Vogelsang und Arndt Spies, Stationsleiter der Aral-Tankstelle Solinger Straße, scheint vorerst nicht in Sicht. Am Donnerstag versammelten sich rund ein Dutzend Nachbarn zur Besprechung vor ihren Häusern.

Sie wiederholten ihre Forderungen nach einem Ende der nächtlichen Ruhestörungen samt Beleidigungen und Belästigungen durch jugendliche Banden, die sich an der Tankstelle mit Alkohol eindecken und diesen gleich an Ort und Stelle trinken würden. 36 Anwohner haben den Bürgerantrag unterschrieben.

Am Donnerstag hieß es, Spies sei auch zum Gespräch eingeladen gewesen, habe es aber vorgezogen, nicht zu kommen. Die RP bat seinen Stellvertreter zwar um Stellungnahme. Dieser verwies aber darauf, dass alle Fragen nur von Aral Deutschland beantwortet würden. Auch seine Mitarbeiterin, die überwiegend nachts arbeitet und ebenfalls von den Vorfällen betroffen ist, durfte nichts sagen.

Unterdessen unterstellten die Nachbarn und ihre Wortführer Jörg Weger und Gabi Horst dem Tankstellenleiter, seine gegenüber unserer Zeitung getätigten Aussagen seien falsch. Horst habe versucht, "vernünftig mit ihm zu reden." Das sei nicht gelungen. Im Gegenteil, ergänzte Weger, habe er "impertinente Ansichten" durchblicken lassen. Davon abgesehen, dass Spies selber keine Rücksicht nehme, weil er die Türen der Waschanlage trotz Lärmbelästigungen immer offen stehen lasse, verstoße er regelmäßig auch gegen Paragraf 8 der Ladenöffnungszeiten, wonach Tankstellen nach 22 Uhr nur noch Reisebedarf abgeben dürften. Ohnehin seien die gesamten Zustände untragbar. Die Banden würden regelmäßig Mülltonnen und Abfallsäcke umwerfen und verstreuen, leere Flaschen in die Vorgärten werfen, Bewohner anpöbeln. Sie würden in die Schläuche von Staubsaugern urinieren und ihre Notdurft in den Hecken verrichten. Sobald sie dort genug angerichtet hätte, zögen sie weiter und verwüsteten Bushaltestellen. Man müsse Angst haben, nachts alleine aus dem Haus zu gehen, klagten sie.

Weger und Horst wollen ihr Anliegen am 5. Mai bei der Bezirksvertretung vortragen und nach wie vor die Schließung der Tankstelle herbeiführen. Unterstützung erhalten sie offenbar auch von Hermann-Josef Kentrup (CDU), der die Zustände in einem Brief an Ratsherr Andreas Eckloff beklagt haben soll.

(RP)
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