Leverkusen: Brings - "Silberhochzeit" im Schottenkaro

Leverkusen: Brings - "Silberhochzeit" im Schottenkaro

Voller Vorfreude stiegen Lena Herbst und ihre Freundinnen aus dem Bus. "Die Musik, die Stimmung, das Lebensgefühl", schwärmte die Frauengruppe, das sei es, was Brings ausmache. Ihnen schlossen sich am Freitagabend mehrere tausend Menschen in der Ostermann-Arena an.

Dort eröffnete die Kölsch-Rock-Band zum 25-jährigen Bestehen ihre Tour "Silberhochzeit" durch die Hallen der Region. Vor den Toren der Arena standen noch eine dreiviertel Stunde vor Konzertbeginn viele Fans, geduldig auf den Einlass wartend. Vor zwei Jahren hatte es allerdings noch schlimmer ausgesehen. Die Schlange Wartender zog sich einmal um die Arena, viele harrten im Regen aus. "Um die Situation zu entspannen, haben wir den Einlass in auf 18.30 Uhr vorgezogen", berichtet Ralf Klose vom Management. Die ersten Besucher seien aber erst gegen 19.15 Uhr aufgetaucht.

Insgesamt verlief das Betreten in die Halle zügig und problemlos. Sie war vor Konzertbeginn in ein schummriges Licht getaucht, viele Menschen saßen auf dem betonharten Boden, doch das störte sie offenbar nicht. Männer trugen die bandtypischen Hüte, Frauen kleideten sich mit den durch Brings bekannten Röcken im Schottenmuster. Dabei mischte sich Jung mit Alt, Kinder mit Senioren. Überall blitzte es, die Smartphones in die Luft gestreckt. Einzeln betraten dann die Bandmitglieder die Bühne, zuletzt stolzierte Frontmann Peter Brings hinter dem Vorhang her - den Zeigefinger in der Luft gestreckt. Und ohne Vorworte legte das Ensemble mit viel Energie los. Wer seinen 25. Geburtstag im Stadion des 1. FC Köln feiert, kennt offenbar keine Nervosität. Die Zeile "stell' die Stadt op de Kopp" klingt mit der rauen Stimme Brings' wie ein Versprechen.

Schnell fing die Masse an, sich zu bewegen und bildete ein wogendes Meer aus Köpfen. Im hinteren Viertel der Halle, wo sich einige kleine Lücken gebildet hatte, tanzten zwei Frauen Foxtrott miteinander. Die Band fand einen sehr guten Mix aus den bekannten Partyliedern und langsameren Nummern.

"Trotz der 25 Jahren bin ich vor Tourbeginn immer noch aufgeregt", betonte Peter Brings. Noch bis kurz vor dem Auftritt habe sich die Band eingespielt, erzählte er weiter. Und trotz ihrer langen Geschichte erfanden sie sich ein wenig neu. So paarte sich der Kölsch-Rock mit den Tönen einer Trompete, die eine gute Portion Swing mit in die Lieder brachte. Christopher Tietz, der eigentlich aus dem Jazz kommt, war der heimliche Star des Abends.

So verließen viele Besucher nach über zweieinhalb Stunden Frohsinn, Melancholie und guter Musik glücklich die Halle.

(RP)